11 Grundlagen der Prüfungsvorbereitung im Architekturstudium

11 Grundlagen der Prüfungsvorbereitung im Architekturstudium | Architektur-studieren.info

Prüfungen sind kein Zuckerschlecken, sondern Arbeit. In diesem Blogbeitrag habe ich die Grundlagen guter Vorbereitung auf schriftliche und mündliche Prüfungen im Architekturstudium zusammengestellt.

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1. Warum machst du das?

Studieren fällt dir leichter, wenn du deine Ziele kennst und – auch in der stressigen Prüfungszeit – vor Augen hältst. Warum studierst du Architektur? Was möchtest du erreichen? Welche beruflichen Ziele hast du?

Visualisiere deine Ziele.

2. Fang zum Semesterbeginn an

Deine Prüfungsvorbereitung beginnt nicht mit der Prüfungszeit, sondern mit dem Semesterbeginn. So kannst du deine Energie optimal über das gesamte Semester verteilen und gerätst seltener in Stress.

Du solltest also spätestens JETZT mit deiner Vorbereitung anfangen.

3. Setz deine eigenen Prioritäten

In Entwerfen wird im Architekturstudium der meiste Druck durch die unrealistischen Vorgaben mancher Professor*innen ausgeübt. Aber ist dieses Fach wirklich am wichtigsten für deine berufliche Zukunft? Diese Frage musst du dir – nicht nur im Hinblick auf Entwerfen – für dich selbst stellen und eigene Prioritäten in der Prüfungsvorbereitung setzen.

Behalte dabei u.a. den Arbeitsmarkt, deine (realistischen) beruflichen Ziele und deine Prüfungsordnung im Hinterkopf.

4. Melde dich zur Prüfung an

In manchen Studiengängen musst du dich innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu Prüfungen anmelden, in anderen geschieht dies automatisch mit deiner Teilnahme an der Lehrveranstaltung oder der Rückmeldung zum Semester.

  • Kenn deine Studien- und Prüfungsordnung.
  • Melde dich ggf. rechtzeitig zu Prüfungen an.
  • Notiere alle Prüfungstermine in deinem Kalender, sobald sie bekannt sind.

5. Bereite Lehrveranstaltungen vor und nach

Bereite während des Semesters deine Lehrveranstaltungen vor und nach. So erkennst du bereits sehr früh Inhalte, die du nicht so gut verstehst und zu denen du andere Hilfen benötigst.

6. Besorge dir Fachbücher

Du findest Fachwissen i.d.R. nicht im Internet, sondern musst dafür in Fachbüchern und Lehrbüchern nachschauen. Das bewahrt dich auch davor, Falschinformationen von random Menschen ausm Netz aufzulaufen.

 

(P.S. Nur noch einmal zur Sicherheit: Wikipedia und GuteFrage sind keine Quellen. Nutze sie maximal als Ausgangspunkt für fachlich saubere Recherchen. Falls du dir unsicher bist, wie wissenschaftliche Recherche bzw. wissenschaftliches Arbeiten geht, besuch z.B. einen Kurs dazu oder schau dir eines dieser Bücher* mal genauer an.)

7. Unterstützt euch gegenseitig

Deine Kommiliton*innen müssen die gleichen Prüfungen bestehen und durchleben ähnlich stressige Zeiten wie du. Unterstützt euch deshalb gegenseitig und lernt miteinander. Indem ihr euch gegenseitig Fragen beantwortet, übt ihr auch euer Wissen wiederzugeben bzw. anzuwenden.

Bildet Lerngruppen. (Optimal sind 3-5 Personen.)

8. Schaffe dir eine gute Lernumgebung

Dein Arbeitsplatz hat Einfluss auf deine Lernerfolge. Sorge dafür, dass du dich dort wohl fühlst und er sich positiv auf deine Gemütslage auswirkt.

Ich persönlich brauche einen aufgeräumten Schreibtisch an einem ruhigen Ort und möglichst ohne Ablenkung durch andere Menschen in der Nähe. Andere Leute können aber auch gut in der Bibliothek oder im kreativen Chaos lernen.

Was benötigst du, um dich gut konzentrieren zu können? Setz dies schnell und effizient um. (Prokrastiniere also nicht mit der Gestaltung deines Arbeitsplatzes. :))

9. Lass dich nicht ablenken

Schalte dein Handy aus, blockiere YouTube & Netflix auf deinem Laptop und verlier dich nicht bei „Recherchen“ im Internet. Sorge dafür, dass dich auch andere „Störer“ nicht ablenken.

All diesen Dingen kannst du dich in deinen Lernpausen widmen.

  • Auf deinem Laptop kannst du Websiten für eine bestimmte Zeit mit einer App, z.B. „SelfControl“ für deinen Mac, blockieren.
  • Fürs Handy hilft: Ausschalten statt stummschalten.
  • Spontane Ideen und „superdringende Aufgaben“ notierst du auf einem Zettel, den du dir bereit gelegt hast. Die erledigst du später.

10. Bleibe Positiv

Lernen ist Arbeit und auf die haben wir nicht immer Lust. Versuch dennoch, eine positive Grundhaltung zu bewahren.

Wenn du die ganze Zeit vom Fach oder deiner/deinem Dozent*in genervt bist, prägt sich der Lernstoff durch deine innere Widerstandshaltung schlechter ein.

Lass schlechte Stimmung oder Motivationstiefs für eine Weile zu, leg eine Pause ein und raffe dich anschließend wieder auf. Denk an deine Ziele, die du erreichen möchtest!

11. Verlass das Hamsterrad

Falls du gestresst und ausgelaugt bist, frage dich ehrlich, ob du die Grenze des für dich Machbaren überschritten hast.

  • Falls du überlastet bist, passe deine Ziele und Prioritäten an. Sorge für mehr Pausen und Abwechslung. Tu dir etwas Gutes. Mach dir deine bisherigen Erfolge und Leistungen bewusst.
  • Vergleiche dich nicht mit anderen. Fahre dein eigenes Tempo.
    Dein Architekturstudium ist kein Konkurrenzkampf, obwohl viele Studierende und Professor*innen ebendiesen fördern. Du studierst Architektur, weil du deine persönlichen Ziele erreichen willst. Nicht mehr und nicht weniger.
    Wenn zum Beispiel alle anderen 24/7 an ihren Entwurfsprojekten im Atelier arbeiten und scheinbar mühelos jede Nacht durchmachen, musst du das noch lange nicht genauso machen.
    Achte auf deine physische und psychische Gesundheit. Nimm dir stattdessen etwas Freizeit, sorge für einen angenehmen Ausgleich, schlafe dich richtig aus und gehe anschließend gestärkt an die Arbeit, wenn du soweit bist. Mache Pausen, wenn dein Körper sie braucht. Deine Gesundheit ist wichtiger, als dein Studienprojekt.
  • Falls du überfordert bist, dich den Anforderungen deines Studiums nicht gewachsen fühlst, Angst- oder Panikattacken, Depressionen oder depressive Verstimmungen hast, unter Esstörungen, Schlafstörungen, Antriebslosigkeit, Prüfungsangst oder auf eine andere Art und Wiese leidest, nimm bitte Unterstützung an.
    Insbesondere die Studierendenwerke haben sehr vielfältige und gute Angebote, wie z.B. Psychologische Beratung, die du i.d.R. kostenfrei in Anspruch nehmen kannst.

 

Du bist damit übrigens nicht allein. Verschiedene Studien zeigen, dass über Dreiviertel aller Studierenden unter Überlastung und psychischer Erschöpfung leiden.

Beratungs- und Hilfsangebote

Falls du Panik, sehr große Angst oder Unsicherheit vor Präsentationen oder auch Prüfungen anderer Art hast, kann ich dir die Angebote der Studierendenwerke ans Herz legen. Dort werden i.d.R. professionell betreute Kurse angeboten, die dir deine Unsicherheit nehmen können.

Wenn du Panikattacken, (soziale) Phobien und/oder eine Angststörung hast, kannst du dich auch an die psychologische Beratung deines Studierendenwerks wenden.
Meist bieten die Hochschulen selbst Kurse über Präsentationstechniken oder andere Hilfestellungen gegen Prüfungsangst an. Ein erster Schritt kann auch das Erlernen von Entspannungstechniken sein, die z.B. beim Hochschulsport angeboten werden.

Die Studienberatung kann dir auch Hinweise auf externe Unterstützungsmöglichkeiten geben. Neben Psycholog*innen gibt es in manchen Städten z.B. Selbsthilfegruppen oder Coaching-Angebote.

Wenn du oder eine dir bekannte Person sich in einer verzweifelten Lage befindet, unter einer Lebenskrise oder Depression leidet, nimm örtliche Beratungsangebote wahr oder kontaktiere bitte telefonisch, per E-Mail oder Chat die Telefonseelsorge. 

Beitragsbild: Green Chameleon, Unsplash.com

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