Welcher Laptop eignet sich für das Architekturstudium? [Update: Oktober 2017]

Ich wurde von euch schon häufiger gefragt, welcher Laptop sich für das Architekturstudium eignet und ob ich nicht einen konkreten empfehlen kann. Zuletzt bat mich Michi um Infos und Tipps… hier sind sie! 🙂

Inhaltsverzeichnis:

  1. Am Ende des Beitrags empfehle ich dir meinen Laptop, der mir jahrelang gute Dienste geleistet hat. Klicke hier, um direkt meine Laptop-Empfehlung zu lesen.
  2. Zunächst aber einige grundsätzliche Überlegungen zum Kauf eines Laptops für das Architekturstudium.
  3. Anschließend habe ich allgemeine Informationen zur Technik für dich, anhand derer du auch einen anderen Laptop für das Architekturstudium auswählen kannst.
  4. In einem extra Blogbeitrag werde ich dir die aktuellen Systemanforderungen der gängigen Software für Architekten zusammenstellen. [folgt in Kürze]

Grundsätzliche Informationen

Ab wann brauche ich einen leistungsstarken Laptop / PC?

Zu Beginn meines Studiums hatte ich einen ganz einfachen Laptop, auf dem einige Standard-Programme wie Word, Excel, Photoshop und Indesign gut liefen. Das stellte in den ersten beiden Semestern auch keinerlei Problem dar, da wir in dieser Zeit gar nicht / sehr wenig mit CAD und noch weniger mit 3D-Renderings arbeiteten.
Im Laufe meiner Studienzeit wurden jedoch meine Ansprüche an aufwendige Renderings höher und auch die 2D-Zeichnungen wurden komplexer und anspruchsvoller. Da ich irgendwann keinen Nerv mehr hatte stundenlang auf Renderings zu warten, musste ich mir einen neuen Laptop anschaffen.

Mein Tipp: Je nach Aufbau deines Studien- / Lehrplans, wirst du im ersten Semester also wahrscheinlich noch keinen leistungsstarken Laptop benötigen. Falls du also bereits einen älteren Laptop hast, kannst du diesen zunächst weiter nutzen und dir später bei Bedarf einen Neuen kaufen. So gewinnst du auch etwas Zeit, um für diese große Investition zu sparen.
In den ersten Semestern lernst du auch etwas über die Rahmenbedingungen an deiner Hochschule. Falls z.B. jederzeit Zugang zu einem PC-Pool hast oder die Professoren keinen Wert auf realitätsnahe 3D-Visualisierungen legen, benötigst du eventuell auch keinen eigenen leistungsstarken Laptop.

Warum ein Laptop und kein PC?

Im Studium ist es einfach notwendig, dass man während Projekt- oder Gruppenarbeiten am Computer arbeiten kann. Vor allem die Gruppenarbeiten fanden aber an allen möglichen Orten statt: im Atelier, in der Bibliothek oder bei irgendwem zu Hause. Um überall unkompliziert auf deine Daten und Programme zugreifen zu können, bietet sich ein Laptop einfach an.
Wie bereits angesprochen, gibt es aber auch Hochschulen, an denen jederzeit Zugang zu extrem guten Computern besteht. Dieses Angebot hatte ich im Master-Studium. Viele meiner Kommilitonen haben also ihre 2D-Zeichnungen an weniger leistungsstarken Laptops erstellt und anschließend ihre 3D-Visualisierungen oder komplexe Layouts im PC-Pool erarbeitet oder nur noch gerendert. Das spart jede Menge Geld für einen leistungsstarken Laptop, du bist damit aber weniger flexibel. Gegen Hochleistungs-PC’s kann ein Laptop aber meist nicht mithalten.

Deshalb nochmals mein Tipp an Erstsemester: Warte die ersten Tage und Wochen an deiner neuen Hochschule ab und erkundige dich genau, welche Technik du dort nutzen kannst.

Was muss dein Laptop fürs Architekturstudium alles können?

Bildschirm / Display

15 Zoll sind ideal um unterwegs gut arbeiten zu können, aber noch platzsparend genug, um den Laptop gut in der Tasche verstauen zu können. Zusätzlich zu meinem 15 Zoll Laptop hatte ich am heimischen Schreibtisch noch ein extra Display stehen, den ich vor allem bei komplexen Zeichnungen anschloss.
Im Vergleich: 13“ Displays sind für komplexe Zeichnungen und Layouts einfach viel zu klein. 17“ Laptops sind mir persönlich zu unhandlich, um sie jederzeit mit mir tragen zu können.

CPU

CPU (Central Prozessor Unit) meint den Hauptprozessor eines Computers. Vereinfacht gesagt ist er das Hirn des Computers, der die eingegebenen Daten verarbeitet.
Für CAD-Software benötigt man mindestens einen 64 bit Prozessor mit 2, häufiger jedoch 4 Kernen und 2 bzw. 2,5 GHz.
Hier gilt: Viel hilft (meistens) viel. Insbesondere für das Rendern von Grafiken und 3D-Simulationen wird viel Rechnerleistung benötigt bzw. von einigen Software-Herstellern auch vorausgesetzt.

RAM

CAD Software benötigt mindestens 4GB RAM. Empfohlen werden jedoch 8 oder 16 GB. Für komplexe und detaillierte Modelle, aber auch für 3D-Grafiksoftware benötigst du 16 GB oder mehr. Im Moment arbeite ich mit 16 GB und bin zufrieden. In diesem Blogbeitrag stelle ich dir die aktuellen Systemanforderungen der gängigen Software für Architekten zur Verfügung.

Grafikkarte

Softwarehersteller testen häufig die Leistung unterschiedlicher Grafikkarten und stellen die Ergebnisse online zur Verfügung, damit du eine Auswahl passender Grafikkarten hast. Du solltest eine OpenGL 2.0 bzw. 2.1 kompatible Grafikkarte mit 1024 MB oder besser noch 2 GB anstreben und eine Eigenständige gegenüber einer Motherboard-Integrierten bevorzugen.

Festplatte / Speicher

Die Dateien fertiger Modelle sind häufig sehr, sehr groß. Zudem sammelt sich viel Datenmenge in Form von Fotografien, 3D-Objekten, Skripten, Inspirations-Boards usw. an. Je größer deine Festplatte, umso besser. Du kannst dir aber auch mit einer externen Festplatte weiterhelfen oder später leicht eine neue, größere Festplatte einbauen (lassen).



Campusprogramm bei notebooksbilliger.de

– Anzeige –

Diesen Laptop kann ich dir fürs Architekturstudium empfehlen

Im Architekturstudium hatte ich einen 15“ MacBook Pro. Dieses leistete mir über 6 Jahre erfolgreich seinen Dienst. Nach ca. 4 Jahren, musste ich das Stromkabel und den Akku ersetzen und baute zusätzlich eine größere Festplatte und mehr RAM ein (Kosten: ca. 250 Euro).
Mit der Leistung des MacBook Pro war ich immer sehr zufrieden, so dass vor kurzem mein 15“ Modell gegen ein neueres 13“ MacBook Pro ersetzte. Für komplexe Zeichnungen oder Visualisierungen arbeite ich nun aber IMMER mit einem zusätzlichen Display.

Wie bereits gesagt, gibt es aber auch zahlreiche andere Laptop-Modelle, die deinen Anforderungen gerecht werden könnten. Das LAB24 der Universität Siegen empfiehlt zum Beispiel folgende Modelle: Acer Aspire VX 15 VX5-591G-589S (ca. 1.000 – 1.300 Euro)*, Asus X556UQ-DM885 (ca. 800 Euro)*,  Lenovo Thinkpad E570 20H5CTOWW4 (ca. 800 bis 1.000 Euro)* oder Dell Inspiron 15 5567 (ca. 700 bis 850 Euro)*. Mit diesen Geräten habe jedoch keine persönlichen Erfahrungen gemacht.

Eine Liste der Systemanforderungen und -empfehlungen findest du auf den Websiten der Architekten-Software-Hersteller. Du kannst sie nutzen, um dich im Fachhandel beraten zu lassen. Mit großen Elektrodiscountern habe ich aber keine gute Erfahrung bei der Kundenberatung gemacht – ich empfehle dir deshalb, lieber in ein richtiges IT-Geschäft zu gehen. Häufig können dir die Profis auch ein Gerät zusammenstellen, das zu deinen Anforderungen und zu deinem Budget passt.

Wo kaufen? Rabatte für Studierende:

Apple: Über den Apple-Education-Store bekommst du ordentliche Rabatte und kannst dein MacBook ggf. finanzieren. Nachteil: die Zahlung ist nur über Kreditkarte, PayPal oder Vorab-Überweisung möglich. Die Lieferung erfolgte bei mir immer sehr, sehr schnell (maximal 2 Tage).
Alternativ solltest du die Preise bei Notebooksbillger.de* (Hier findest du Rabatte für Studierende*), Gravis*, Amazon* sowie deinen Fachhändlern vor Ort überprüfen.

Welches Zubehör braucht man noch?

  1. Eine externe Festplatte* oder sehr ein großer virtueller Speicher (Cloud) für regelmäßige BackUps (!!!) ist im Studium extrem wichtig. Laptops von Architekturstudenten gehen sehr gerne direkt vor der Projekt-Abgabe oder -Präsentation kaputt und lassen deine ganze Arbeit im Nirvana verschwinden. (Kein Scherz!) Leider interessiert das die Prüfer meistens herzlich wenig… Um in deiner Arbeit nicht wochenlang zurück geworfen zu werden, solltest du deine Daten regelmäßig sichern – am besten automatisiert, dann kannst du es nicht vergessen.
  2. Eine (Bluetooth oder USB)-Maus*. Die von Apple sind meiner Meinung nach nicht für langes Arbeiten und detailliertes Zeichnen zu empfehlen.
  3. Ein robustes Laptop-Sleeve. Hier kann ich dir diese beiden empfehlen: Incase* und Belkin*.
  4. Zu Hause habe ich außerdem eine Bluetooth-Tastatur (konkret: die von Apple*) und einen extra Bildschirm.
  5. Eventuell benötigst du noch einen USB-Stick*, um größere Daten z.B. mit deinen Kommilitonen oder der Druckerei auszutauschen.
Showing 8 comments
  • Katrin
    Antworten

    Ich studiere im 2. Semester Architektur und benötige nun einen neuen Laptop. Mein Budget ist knapp, deshalb wird es für Mac & Co. nicht reichen. Wir arbeiten mit vorwiegend mit den Autodesk Programmen (AutoCAD, Revit, 3 DS max).
    „Lenovo B50-70“
    Denkst du, dass dieser Laptop ausreichend ist?

    • Anett
      Antworten

      Liebe Katrin, bitte hab Verständnis dafür, dass ich dir keinen Rat zu etwas geben möchte, wenn ich selbst keine Erfahrungen damit habe. Schau dir die Systemempfehlungen der Software, die du benutzen möchtest, an und vergleiche sie mit der Hard- und Software des Laptops. Ansonsten rate ich dir wirklich, dass du deinen Laptop im Fachgeschäft (also auch nicht in MediaMarkt & Co!) und nicht online kaufst. Dort kannst du dir einen passenden Laptop für deine Anforderungen zusammenstellen lassen – auch was dein Budget betrifft. Viele Grüße, Anett

  • Maximilian
    Antworten

    Hallo!

    Ich muss abwägen zwischen einem 13/15 Zoll MacBook Pro, wobei es mich eher zum kleineren Modell hinzieht, dann wohl in Kombination mit externem Monitor. Da du auch auf diese Kombination umgestiegen bist, wollte ich fragen, welche Konstellation dir nun mehr zusagt und vor allem, welches 13 Zoll MacBook Pro du eigentlich nutzt, man bekommt sie ja in unterschiedlichen Leistungsstärken… und reicht die Power die so ein MacBook liefert wirklich für alle Anforderungen aus?
    Bisher hatte ich noch keinen Laptop und bin daher sehr unsicher bei einer so gewichtigen Investition…

    Liebe Grüße,
    Maximilian

    • Anett
      Antworten

      Hallo Maximilian,
      du kannst unsere Situationen nicht 100%-ig vergleichen. Ich arbeite von einem „festen Standort“ aus (meinem Büro) und muss bspw. keine 3D-Renderings mehr erstellen.
      Als Student benötigst du wahrscheinlich sowohl in der Hochschule als auch daheim einen leistungsstarken Laptop mit ausreichender Bildschirmgröße, oder? Dann würde ich zum 15 Zoll MacBook Pro greifen… Welche Leistungsstärke du wirklich benötigst, merkst du schnell, wenn du die empfohlenen Systemvoraussetzungen (nicht die Mindestvoraussetzungen!) der von dir verwendeten Software mit der Ausstattung des MacBook Pro vergleichst. Bedenke dabei, dass du dir mit den steigenden Systemvoraussetzungen nicht jedes Mal einen neuen, leistungsstärkeren Laptop kaufen kannst/willst. Das ist ja bei Studenten vor allem eine Budget-Frage…
      Letztendlich musst du das aber für dich persönlich abwägen. Also genau überlegen was dein Budget hergibt, was du dir leisten kannst und willst. Wenn Geld keine Rolle spielt, würde ich persönlich zum 15 Zoll MacBook Pro mit 2,8 GHz und 512 GB oder 1TB greifen. Aber das ist ja leider sehr selten der Fall… 😉
      Viele Grüße, Anett

  • Annika Willers
    Antworten

    Hallo,
    darf ich fragen, wann du studiert hast? Bzw ob du heute für ein Studium immer noch das gleiche MacBook nutzen würdest? Denn ich bin auf der Suche nach einem passenden Laptop und hab auch ein MacBook in Erwägung gezogen, jedoch möchte ich mir absolut sicher sein, bevor ich soviel Geld ausgebe!
    Liebe Grüße
    Annika

    • Anett
      Antworten

      Hallo Annika, es ist so wie ich es geschrieben habe: im Studium habe ich ein anderes MacBook Pro benutzt als heute. Und ganz klar, würde ich das Alte heute nicht mehr nutzen wollen, da es nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Das habe ich in meinem Blogbeitrag natürlich berücksichtigt und nichts über die alte Technik geschrieben.
      Wenn du Bedenken wegen der hohen Kosten hast, hast du dich mal im Fachhandel beraten lassen, welche Alternativen sie dir anbieten können?
      Liebe Grüße, Anett

      • Annika Willers
        Antworten

        Hallo Anett,
        ich habe mich eigentlich schon für das MacBook Pro 15″ mit 2,8 GHz Quad-Core entschieden, jedoch hat diese Version die Grafikkarte „Intel Iris pro Graphics“, genügt das aus, um die Programme reibungslos zu benutzen?
        Liebe Grüße
        Annika

        • Anett
          Antworten

          Hallo Annika, du hast sicherlich Verständnis dafür, dass ich auf meinem Blog keine ausführliche, persönliche Kaufberatung anbiete. Wenn du Bedenken oder Fragen (gleich welcher Art) hast, wende dich bitte an den Fachhandel. Viele Grüße, Anett

Ich freue mich auf dein Feedback!

Persönliche Tipps und Infos für…

Danke, dass du meinen Beitrag geteilt hast!


Folge mir bei Facebook oder Twitter, um über neue Blogbeiträge informiert zu werden.

Send this to a friend