Entwerfen, Gebäudelehre

Entwerfen im Architekturstudium

Entwerfen macht in den meisten Hochschulen den Schwerpunkt deines Architekturstudiums aus. Das steht häufig im Kontrast zur Realität im Berufsalltag. Hier nimmt der kreative Entwurfsprozess eine zeitlich untergeordnete Rolle ein oder du nimmst (je nach Beschäftigungsverhältnis) auch gar nicht am gestalterischen Entwurfsprozess teil. Die Ausbildung von Architekten steht deswegen häufig in der Kritik.

In Projekten, die von wenigen Stunden (Stegreifentwürfe) bis hin zu ganzen Semestern dauern können, widmest du dich den unterschiedlichen Entwurfsaufgaben. Dazu zählen unterschiedliche Gebäudetypologien oder auch die Gestaltung von Innen- und Außenräumen. Proportionen und Dimensionen werden in Gebäudelehre ebenso thematisiert, wie unterschiedliche Baugesetze und Normen.

Zudem wirst du unterschiedliche Herangehensweisen und Kreativitätstechniken für die Gestaltung von Architektur erlernen.

Hinweise für Erstsemester

Da ich zu diesem Thema häufig E-Mails von Erstsemestern bekomme, möchte ich an dieser Stelle noch erwähnen, dass die Entwicklung von Kreativitätstechniken für Architekturentwürfe meist mit abstrakten Entwurfsaufgaben einher geht. Diese scheinen im ersten Moment „realitätsfern“ oder „künstlerisch-abgehoben“ zu sein.

Mein Tipp kann an dieser Stelle nur sein, dich darauf einzulassen und die Freiheit zu genießen, die du im Architekturstudium anfangs (meist ändert sich das im Laufe der Semester!) noch hast. In der Regel will man dir zeigen, wie du deine Fantasie und Kreativität fördern kannst bzw. dir Spielraum für ebendiese lassen.

Die Gesetze, Normen und Rahmenbedingungen, die im Berufsalltag als Architek_in eine Rolle spielen, würden dich dabei nur einschränken.

Gebäudelehre

In den Lehrveranstaltungen zum Entwurf werdet ihr meistens praktisch an konkreten Entwurfsprojekten arbeiten. Ergänzend dazu wird in Gebäudelehre das fachliche Grundwissen zu den unterschiedlichen Nutzungsanforderungen der Gebäudetypologien vermittelt. Hierzu gehören sowohl funktionale, als auch ästhetische und wirtschaftliche Anforderungen. Anhand von Beispielen werdet ihr Themen wie Barrierefreiheit, Städtebauliche Einordnung, Belichtung, Akustik, Brandschutz, historische Entwicklung der Typologie und Architekturtheorie, sowie weitere Anforderungen der späteren Nutzer analysieren und diskutieren.

* Gebäudetypologien sind u.a. Wohnbauten, Kultur-, Sozial- und Gesundheitsbauten und Industrie- und Gewerbebauten. Auf Grund ihrer spezifischen Nutzung haben diese Bauten – na klar – unterschiedliche Anforderungen an die Architektur.

Ich freue mich auf dein Feedback!

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