Statik lernen: Prüfungsvorbereitung für Statik/Tragwerksplanung

Im ersten Semester war ich eine echte Niete in Statik und trotzdem habe ich in den folgenden Semestern meine Tragwerkslehre- und Statik-Prüfungen mit 1-er-Schnitten bestanden. In diesem Blogbeitrag erkläre ich dir, wie du das auch halbwegs stressfrei schaffen kannst.

Meine Prüfungsvorbereitung Statik & Tragwerksplanung

1. Fang JETZT mit der Prüfungsvorbereitung an

Du hast superviel zu tun und vermutlich in den vergangenen Wochen wenig Schlaf bekommen. Dennoch solltest du JETZT mit der Prüfungsvorbereitung anfangen. Dein Zeitproblem wird in der Prüfungszeit noch schlimmer werden. Auch eine halbe bis eins, zwei Stunden pro Woche können schon viel Positives bewirken. In dieser Zeit könntest du z.B. Übungsaufgaben lösen (siehe 8.), Vorlesungen nacharbeiten und durch Notizen oder Zusammenfassungen (siehe 4.) ergänzen oder dir notwendige Fach- und Lehrbücher besorgen (siehe 2.).

Wenn du denkst, dass du ja noch ewig Zeit bis zur Prüfung hast: die vergeht wie im Flug. Und nur wenige Wochen vor den Prüfungen kommt dann die Einsicht, dass dir kaum noch Zeit bleibt. Also: FANG JETZT AN.

Übrigens: Kennst du schon meine 7 Tipps für besseres Zeitmanagement im Architekturstudium?

2. Fach- und Lehrbücher

Mir persönlich halfen die beiden Lehrbücher „Grundlagen der Tragwerkslehre – Band 1„* und „Grundlagen der Tragwerkslehre – Band 2„* enorm, da sie auch komplexe Themen wirklich verständlich und anhand von Beispielen erläutern. Schau sie dir mal an! Falls sie nichts für dich sind, findest du hier im Blog weitere Buchempfehlungen für Statik und Tragwerkslehre/-planung.

3. Übungsgruppe gründen

Ich habe mich gemeinsam mit Kommiliton*innen Statik & Tragwerksplanung konzentriert in einer Übungsgruppe angenommen. Jeder kapierte ein bisschen und zusammengelegt war das schon eine ganze Menge. Wir trafen uns zu festgelegten Terminen, einmal pro Woche und ein paar Wochen vor der Prüfung mehrfach wöchentlich.

Als Gruppengröße empfand ich maximal 4 Personen ideal. Wir haben Themen besprochen, fehlendes Wissen ausgearbeitet und uns gegenseitig erklärt, aber auch gemeinsam Übungen gelöst und uns motiviert, wenn es mal nicht so gut lief.

Wichtig ist natürlich, dass ihr nicht nur rumquatscht und euch ablenkt, sondern konzentriert an Statik/Tragwerksplanung arbeitet.

4. Eigene Zusammenfassungen schreiben

Die wichtigsten Formeln und Arbeitsschritte habe ich mir – thematisch sortiert – auf großen Papierbögen notiert. Das half mir nicht nur, meine Gedanken und das Thema zu strukturieren und dadurch zu verstehen, sondern auch Wissenslücken zu erkennen.

Mit diesen Zusammenfassungen habe ich auch viel geübt und Übungsaufgaben gelöst, um mein Wissen zu festigen und es anwenden zu können.

Da wir in einigen Prüfungen auch Mitschriften verwenden durften, waren meine Zusammenfassungen als Prüfungsvorbereitung optimal.

Statik lernen: Prüfungsvorbereitung Statik/Tragwerksplanung | © Anett Ring, Architektur-studieren.info

5. Markierungen im Bautabellen-Buch

Für die verschiedenen Aufgaben und Themen gibt es im Schneider Bautabellen-Buch* Übersichten und Tabellen. Mit Post-Its* habe ich mir einen eigenen Index geschaffen und ein paar Notizen im Buch ergänzt, so dass ich in der Prüfung auch schnell die richtige Tabelle fand.

6a. Konsultationen bei Lehrenden/Hilfe von Studierenden höherer Semester

Bitte um Hilfe! Ein Tutor war so nett, meiner Übungsgruppe ein paar Fragen bei einem Termin zu beantworten. Statt einem Tutor, einem Professor/einer Professorin oder jemand der Lehrenden könnt ihr auch versierte Studierende höherer Semester um Hilfe bitten. An vielen Hochschulen organisieren die Fachschaften auch Tutorien oder ähnliche Prüfungsvorbereitungen.

6b. Prüfungsablauf und -Inhalte herausfinden

Die Lehrenden oder Studierenden höherer Semester kannst du dann auch direkt fragen, wie die Prüfung ablaufen wird, welche Hilfsmittel (meistens: Bautabellenbuch* und nicht-programmierbarer Taschenrechner*) zugelassen sind und ob sie alte Klausuren zum Üben haben.

7. Geh zu allen Übungen und Vorlesungen

… auch zu denen in den frühen Morgenstunden und den echt langweiligen. Warum, erklärt sich sicher von selbst: wie willst du etwas verstehen, von dem du noch nie gehört hast? Dir trägt auch niemand die Informationen nach, die du in den Übungen und Vorlesungen z.B. zur nahenden Prüfung bekommen könntest. Also geh hin und versuch wenigstens, das zu verstehen was dort besprochen wird.

8. Üben, üben, üben. Bleib am Ball, auch wenn du scheiterst!

Du bist wahrscheinlich – wie vermutlich fast alle anderen Studierenden auch – kein Naturtalent in Statik und Tragwerksplanung. Aber wusstest du, dass Talent auch dadurch entsteht, dass man in kleinen Portionen/Zeiteinheiten lernt, sein Wissen anwendet, bei Tests scheitert und es dennoch weiterversucht? Das belegen verschiedene wissenschaftliche Studien, u.a. von Neurobiologen. „Üben, üben, üben“ ist dir aber auch aus der Schulzeit oder von deinem Hobby bekannt. Denn z.B. in der Musik oder im Sport wirst du ebenfalls besser, je häufiger du step-by-step übst.

Natürlich sollst du jetzt nicht bis zur Prüfung warten, um dein Wissen anzuwenden und zu scheitern. Mach das z.B. – wie unter 1. beschrieben – in dem du Woche für Woche Übungsaufgaben löst und dich mit Statik und Tragwerksplanung beschäftigst. 

Bleib am Ball! Versuche es weiter, auch wenn die ersten Erfolge auf sich warten lassen.

Prüfungsvorbereitung für andere Fächer

Du hast keine Probleme mit Statik, aber zum Beispiel mit Architekturgeschichte oder Technischer Gebäudeausrüstung? Mein „System“ lässt sich in nahezu allen Fächern anwenden. Der erste Schritt ist immer: Werde selbst aktiv und suche nach Hilfe! Sharing is caring, tu dich also mit anderen Studierenden zusammen und unterstützt euch gegenseitig.
Das gilt übrigens auch für Architektur-studieren.info – Empfehle meinen Blog bitte deinen Freund*innen und Studienkolleg*innen weiter, wenn er dir gefällt. Danke!

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