Erfolg im Architekturstudium: Richtig auf das neue Semester vorbereiten

„Im nächsten Semester mache ich alles anders!“ – Ja, äh, nein. Mit solchen Floskeln ist es wie mit den guten Vorsätzen zu Neujahr: Nach kurzer Zeit sind sie vergessen.

Wie du einen reibungslosen Semesterstart hinlegst und was du neben persönlicher Willenskraft sowie einer ordentlichen Portion Selbstdisziplin benötigst, erfährst du in diesem Blogbeitrag.

 

Es hat nichts mit persönlicher Schwäche zu tun, wenn du deine Ziele mit „guten Vorsätzen“ nicht erreichst. Denn neben dem Lernen und Erledigen deiner Aufgaben, musst du dich im Studium ständig selbst motivieren und sehr gut organisieren. Ohne eine solide Planung und gute Vorbereitung scheitern daran viele: Denn im Laufe des Semester wird deine freie Zeit, deine Energie und damit auch deine Motivation abnehmen.

Um die daraus entstehenden Probleme abzuschwächen, solltest du dich bereits vorm Semesterstart gut vorbereiten. Von deiner anfänglichen Motivation wirst du trotzdem etwas verlieren, aber das bedeutet dann nicht mehr, dass du deine Ziele nicht trotzdem erreichen kannst.

1.) Kenne deine Pflichten!

Informiere dich darüber, was du im nächsten Semester tun musst. Zum Beispiel, wie viele Credits du sammeln musst, welche Module oder Kurse du belegen musst/solltest, welche Prüfungen du dafür absolvieren musst oder welche Termine du für deine Stipendien-Bewerbung einhalten musst.

Falls du deinen Stundenplan selbst zusammenstellen musst, solltest du dich bereits im Vorfeld mit deiner Studienordnung, dem Vorlesungsverzeichnis und dem Modulhandbuch für das kommende Semester beschäftigen. Manche Hochschulen bieten für die Studienplanung auch Software an, die diese Aufgabe vereinfachen soll. Wie auch immer: Wenn du viel Wahlfreiheit hast, ist die Zusammenstellung deiner Kurse etwas Puzzle- und Detektivarbeit, die du am besten vor der Kurswahl/-einschreibung erledigst.

Hilfe für deine Studienplanung findest du beim Prüfungsamt, der Studienberatung und eventuell bei deinen Kommiliton_innen. Letztere sind aber mit Vorsicht zu genießen, denn häufig kursieren unter Studierenden falsche Informationen.

2.) Richte deinen Kalender ein und pflege ihn!

Ganz gleich, ob du einen digitalen Kalender oder einen Papier-Kalender nutzt: Pflege ihn!

Notiere dir alle Termine und Veranstaltungen und lass dich automatisch daran erinnern. Die meisten Termine wirst du im Vorlesungsverzeichnis finden, wirf aber auch einen Blick auf die Website deiner Hochschule und schaue dort gezielt nach den Angeboten der zentralen Einrichtungen.

 

Denke an…

  • Termin zur Kurswahl bzw. Einschreibung in Kurse
  • Stundenplan mit allen Pflicht- und Wahl(pflicht)kursen sowie den Raum und den Namen des jeweiligen Professors oder Lehrenden
  • Feste Lern- und Arbeitszeiten (siehe 3.)
  • Exkursionen
  • Semesterferien, Prüfungszeiten, Rückmeldefristen
  • Fristen zu deiner Studienfinanzierung (z.B. BAföG-Antrags- bzw. Folgeantragstermin, Deadlines für Stipendienbewerbungen)
  • Abgabe- und Anmeldefristen für Wettbewerbe, Awards und Förderungen
  • Infotage und -Veranstaltungen, z.B. zu den Wahlpflichtkursen, zum Praxissemester/zu Praktika, zu Stipendien oder zum Auslandssemester
  • Einführungsveranstaltungen und Schulungen, z.B. zur effektiven Recherche in der Hochschulbibliothek oder zur Nutzung der Werkstätten
  • Semesterausstellungen, Vorträge und Gespräche mit Experten
  • und natürlich auch Feiertage und wichtige persönliche Termine.

 

Überfülle deinen Kalender nicht und bleibe trotz aller Planungen flexibel! 

Zum einen demotivierst du dich mit ständiger Überforderung, und zum anderen benötigst du auch ausreichend Zeit, um dich zu erholen.

Versuche auch, flexibel zu bleiben. (Nein, das widerspricht sich nicht :) ) Wenn du im Laufe der ersten Semesterwochen merkst, dass du dir zu viele Kurse aufgehalst hast, versuche welche zu streichen oder zu verschieben. Solltest du noch etwas Zeit übrig haben, versuche in weitere Kurse einzusteigen oder nutze die freie Zeit als zusätzliche Lern- und Arbeitszeit in deinen Problemfächern (siehe 3.).

 

Wie führe ich meinen Kalender?

Für mich persönlich hat sich ein Mischsystem bewährt: Termine und Veranstaltungen trage ich in meine Apple Kalender-App ein und lasse mich mehrfach daran erinnern. Zudem synchronisiere ich sie automatisch über die Cloud zwischen Handy, Tablet und Laptop.
Für tägliche To-Do-Listen nutze ich ein richtig gutes Kalenderbuch* (früher: mein Notiz-/Skizzenbuch bzw. Schmierzettel darin), das ich spätestens am Ende jedes Monats, jeder Woche und jedes Tages im Voraus für den kommenden Monat/Woche/Tag fülle. Täglich darüber nachzudenken, was ich in den kommenden Tagen erledigen muss, gehört also zu meinem normalen Workflow dazu.

Für viele ist so ein Mischsystem aber zu unübersichtlich. Finde und nutze ein für dich passendes System, das du möglichst einfach und ohne Zeitaufwand aktuell und übersichtlich halten kannst. Aufwändig gestaltete Bullet Journals mögen nett anzuschauen sein, aber deren Pflege bedeutet Zeit, die du wahrscheinlich nicht immer hast.

Wichtig!

Pflege deinen Kalender nicht nur zu Semesterbeginn, sondern halte ihn immer aktuell! Bringt ja sonst nix… ;)

 

Extra-Tipp:

Wenn du noch neu auf dem Campus bist und dich ständig verläufst: Speicher dir alle Gebäude und Räume, die du kennen solltest, in einer Google Maps ab. Vergiss nicht, z.B. auch das Studentenwerk, die Mensa, das Prüfungsamt, den AStA oder das Akademische Auslandsamt in deiner Karte zu verorten.

3.) Plane feste Lern- und Arbeitszeiten ein

Plane jede Woche feste Zeiten ein, in denen du Vorlesungen nacharbeitest oder Übungsaufgaben erledigst. Im Stress der Entwurfsarbeiten vergessen viele sehr schnell, dass es auch andere wichtige Fächer neben Entwerfen gibt. Denke daran, dass du z.B. auch in Baukonstruktion und Tragwerkslehre nicht den Anschluss verlieren darfst!

Alle Veranstaltungen benötigen Vor- und Nachbearbeitungszeit! Du musst Skripte und Übungsaufgaben besorgen und im besten Fall schon einmal anschauen, deine Mitschriften vollständig halten, und wahrscheinlich auch „Hausaufgaben“ für Übungen erledigen oder dich anderweitig auf Kurse vorbereiten.

Für mich hatte es sich bewährt, diese nicht direkt vor wöchentliche Entwurfs-Konsultationen oder vor die jeweilige Übung/Vorlesung zu legen, sondern ein paar Stunden danach oder am Folgetag.

Mache deine festen Arbeitszeiten zu einer festen Gewohnheit und versuche, sie vor allem in stressigen Wochen einzuhalten.

4.) Besorge dein Arbeitsmaterial

Wenn du für das Semester noch etwas benötigst, kannst du das bereits jetzt erledigen oder besorgen.

Bedenke, dass manche Sachen zu Semesterbeginn nicht mehr frei verfügbar sind. Denn dann wollen all deine Kommiliton_innen den notwendigen Kurs für die Werkstattnutzung machen, es benötigen alle das gleiche Skript oder Lehrbuch oder das Modellbaumaterial ist von einem Tag auf den anderen ausverkauft.

Fange jetzt aber bitte nicht an, sinnlos Kram zu horten, sondern organisiere nur die Dinge, die du WIRKLICH brauchst!

5.) Richte dir einen Arbeitsplatz ein, der deine Konzentration und Kreativität fördert

Ich hatte einen Platz im Atelier der Hochschule(n) und zusätzlich einen Arbeitsplatz in meiner Wohnung/WG. In der Hochschule habe ich meine Modelle gebaut, damit ich diese nicht ständig durch die Gegend schleppen musste, oder mit anderen Gruppenarbeiten erledigt. Gelernt, gezeichnet und Übungsaufgaben habe ich aber daheim gemacht.
Dazu benötige ich – wie die Meisten – Ruhe, um mich zu konzentrieren. So gern ich mit meinen Freunden und netten Kommiliton_innen umgeben war, im Atelier war es immer laut und ein bisschen chaotisch. An konzentriertes Arbeiten war hier für mich nicht zu denken.

Falls du in deiner Wohnung oder deinem WG-Zimmer keinen ruhigen Platz für einen Schreibtisch hast, kannst du auch probieren, ob du dich in der Hochschulbibliothek konzentrieren kannst.

Wie du dir einen Arbeitsplatz einrichtest oder auswählst, der deine Kreativität und Konzentration fördert, erkläre ich einem Blogbeitrag, den ich nächste Woche veröffentliche. Um ihn nicht zu verpassen, kannst du meine WhatsApp-News abonnieren.

6.) Gehe IMMER zur ersten Vorlesung

Ja, die Semesterferien waren wieder viel zu kurz. Dennoch solltest du sie auf gar keinen Fall selbstständig verlängern und IMMER in die ersten Vorlesungen, Übungen und Co, sowie zu allen anderen Veranstaltungen gehen. Auch wenn sie 7:30 Uhr und damit noch vor deiner normalen Aufwachzeit beginnen.

In diesen Stunden wird alles Organisatorische besprochen – wie zum Beispiel wichtige Termine oder Infos zur Abschlussprüfung –, es werden Arbeitsgruppen gebildet, Referatsthemen vergeben und/oder Literaturlisten und Materialempfehlungen genannt. Außerdem lernst du deinen Professor, seine Tutoren und eventuell auch deine Kommilitoninnen für diesen Kurs kennen. Es werden also sehr wichtige Informationen ausgetauscht und Kontakte geknüpft, die dir dein Studium im Laufe des Semesters erleichtern können.

Ich freue mich auf dein Feedback!

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