5 Strategien gegen Prüfungsstress im Architekturstudium | © Anett Ring, Architektur-studieren.info

5 Strategien gegen Prüfungsstress im Architekturstudium

Für eine Handvoll mündliche Prüfung lernen, zig schriftliche Klausuren schreiben, weiter lernen und „nebenbei irgendwie“ die letzten Abgaben fertig stellen. Kommt dir bekannt vor? 

Neben Stress, sind Überforderung und Leistungsdruck in der Prüfungszeit bei vielen Architektur-Studierenden an der Tagesordnung.

In diesem Artikel bekommst du 5 effektive Strategien, mit denen du möglichst entspannt bleibst, aber dennoch erfolgreich durch die Prüfungszeit kommst.

Was dieser Artikel nicht leisten kann

Leistungsdruck und Stress können ungesunde Ausmaße annehmen. Wenn du dich schon über einen längeren Zeitraum ohnmächtig, einsam oder antriebslos fühlst, von Selbstzweifeln geplagt bist oder über einen Studienabbruch ernsthaft nachdenkst – wende dich bitte an eine Beratungsstelle.

Du bist in einer ernsten Situation und benötigst professionelle und persönliche Unterstützung.

Ansprechpartner*innen findest du zum Beispiel bei deinem Studierendenwerk oder deiner Hochschule. Sprich zudem mit Freund*innen, Familie oder anderen, dir nahestehenden Personen über deine Gedanken.

1. Ursachen für den Stress ergründen

Es gibt Menschen, die eine hohe Stressresistenz haben. Wenn du – so wie ich – nicht dazu gehörst, ist das total ok. 

Wichtig ist, dass du herausfindest,…

  • wieso du derzeit gestresst bist, 
  • anschließend geeignete Maßnahmen findest, um den Stress abzubauen, 
  • und beim nächsten Mal versuchst, gar nicht erst in Stress zu verfallen.

 

Es gibt so viele Gründe, wieso du im Moment gestresst bist. Wahrscheinlich spielt in der Prüfungszeit die enorme Arbeitsbelastung eine große Rolle. 

Aber bitte hör auch in dich hinein und versuch auch andere Ursachen zu ergründen.

Das kann beispielsweise eine allgemeine Orientierungslosigkeit hinsichtlich deines Architekturstudiums oder Berufswunsches sein. Aber auch Versagensängste, starke Prüfungsangst und ein sehr hoher, von außen oder selbst geschaffener Leistungsdruck sind mögliche Ursachen.

Vielleicht kommst du zwischen Lernen, Familie, Haushalt und Nebenjob nicht mehr hinterher und dir fehlt zusätzlich ein erholsamer Ausgleich zu all dem.

Möglicherweise bist du auch aufgrund von Erkrankungen erschöpft oder antriebslos.

 

Nimm dir etwas Zeit und versuche, deine persönlichen Ursachen zu ergründen, die dich derzeit stressen. Nur so kannst du die passenden Lösungen und Unterstützungen für dich finden, um den Stress abzubauen. Und vielleicht mit geeigneten, präventiven Maßnahmen dafür sorgen, dass du gar nicht erst in Stress gerätst.

2. Dein Fundament: Bring Struktur und Orientierung in deine Prüfungszeit

Eine gute Tagesstruktur und ein Plan über alle bevorstehenden Aufgaben sind der beste Weg, damit du dich nicht verzettelst und im Chaos versinkst.

Falls schon alles zu spät ist und deine Prüfung steht kurz bevor steht, lies hier weiter: Last-Minute-Prüfungsvorbereitung im Architekturstudium.

Du brauchst ‘nen Überblick und Prioritäten

Du kannst deine Tage und Wochen nicht sinnvoll strukturieren, wenn du keinen Schimmer hast, was du überhaupt noch alles erledigen musst. Und dann die Menge an vermeintlich „kleinen Aufgaben“ unterschätzt oder diese „noch schnell“ „kurz“ vor der Abgabe oder Prüfung erledigen willst.

 

Bevor du also weiter machst: Schreib auf was du noch erledigen musst. Alles für jede Projektabgabe und jedes Thema für alle Prüfungen auf. 

  • Denk dabei kleinteilig und schätz die benötigte Arbeitszeit hierfür ab.

 

Als Nächstes priorisierst du diese Aufgaben: Was sind Pflichtleistungen bei Abgaben, was sind nur Nice-to-have? Musst du eine 2. oder 3. Wiederholungsprüfung schreiben? Dann hat die wahrscheinlich Prio Nr. 1.

 

Halt auch Ausschau nach Aufgaben, die du dir vereinfachen solltest: Möglicherweise bist du null fit in 3D-Visualisierungen, aber kannst schnell und supergut Zeichnen? Dann mach lieber das! Oder kannst du eine aufwändige Visualisierung nicht durch ein viel besser verständliches und schneller erstelltes Piktogramm („Diagram“) ersetzen?

 

Pro-Tipp: Schau dir meinen ausführlichen Leitfaden zur Vorbereitung von Präsentationen an. Erstelle nichts, was du nicht zeigen willst. Mach dir also vorher ‘nen Plan, was du präsentieren möchtest und musst.

Strukturiert arbeiten: Wochenplan und Tagesplan erstellen

Wochenplan für jede Prüfungswoche

Nimm dir ein großes Stück Papier und bau dir Wochenpläne für jede einzelne Prüfungswoche. 

  • Mach daraus kein Design-oder Journal-Ding. Du willst damit Zeit sparen und nicht verbrauchen.
  • Nimm Bleistifte oder anderes, was du verändern kannst. Du bist kein Roboter in einem Reinraum, sondern ein echter Mensch mit sich wandelnden Bedürfnissen, Prioritäten und Aufgaben. Du musst deine Pläne anpassen können.
  • Streiche min. 20 %, besser aber 30-40 %, der dir zur Verfügung stehenden Zeit als Puffer weg. Am besten mehrere Tage vor jeder Prüfung und Abgabe.
  • Blockiere dir ausreichend Zeiten, die du für Erholung benötigst. Ohne die gehts nicht.
  • Denk an deine alltäglichen Aufgaben fernab der Uni: Nebenjobs, Kinderbetreuung, Arzttermine, Haushalt, Einkäufe erledigen usw.

Deinen Wochenplan checkst du am Sonntag für die kommende Woche und ergänzt weitere Termine oder passt ggf. deine Arbeitszeiten an.

 

Pro-Tipp: Um nicht den Überblick in langen Prüfungszeiten zu verlieren, definiere in deinen Wochenplänen realistische Meilensteine. Also Tage, an denen du konkrete Lernziele oder Aufgaben erledigt haben möchtest.

 

Daily business: Der Tagesplan

Basierend auf deinen Wochenplänen und deinem Überblick setzt du dich jeden Abend 15 Minuten hin und erstellst einen Plan für den nächsten Tag.

Warum? Dann kannst du morgen direkt mit der 1. Aufgabe starten und musst nicht erst überlegen, was du erledigen musst.

Für diese Tagespläne nimmst du dir zunächst nur Arbeit für circa vier Stunden vor (bei Gesamtarbeitszeit von 6-8 Stunden). Du wählst hierfür zunächst nur Aufgaben aus, die wichtig und dringend, oder dringend sind. Lies unbedingt 3., wenn du dich an deinen Arbeitstagen permanent überlastest.

Zusätzlich notierst du dir Bonus-Aufgaben: Also Aufgaben die du erledigen wirst, wenn du diese Vier-Stunden-Aufgaben erledigt hast. Das sind andere dringende Aufgaben, oder, falls nix dringendes mehr ansteht, andere wichtige Aufgaben.

Du priorisierst also jeden Tag erneut. Beispielsweise, weil ein Abgabetermin oder eine wichtige Prüfung bevorsteht.

3. Deine Konstruktion: Pausen, um Stress abzubauen

Du denkst, Pausen sind banal und an die denkt jede*r von selbst? Nee! Nach meiner Erfahrung vergessen die meisten Architektur-Student*innen Pausen zu machen, wenn sie im Abgabestress sind und Erfolgsdruck verspüren.

Pausen werden dann weggelassen, schnell was nebenbei gegessen, 12 Stunden durchgearbeitet und die Nächte ebenso.

Das ist aber null sinnvoll: Nach ca. 6 Stunden konzentriertem Arbeiten und schlaflosen Nächten verlierst du deine Konzentration und Kreativität. Du büßt an Leistungsfähigkeit ein, machst vermehrt Fehler, vergisst Gelerntes viel schneller, arbeitest langsamer und deine Unfallgefahr steigt.

Ergebnis ist, dass du insgesamt viel länger für alle Aufgaben benötigst und diese schlechter erledigst.

Arbeiten und Pausen machen

  • Nutz die Pomodoro-Technik über 4 bis max. 6 Stunden:
    Arbeite 25 Minuten und mach anschließend 5 Minuten Pause (= 1 pomodori). Nach drei pomodori machst du eine längere Pause von 15 bis 20 Minuten (oder nach vier pomodori 30 Minuten Pause). Probier bei den Zeiten, was für dich in der jetzigen Zeit am besten geht. Das variiert nach Tag und Leistungsanforderung.

  • Wenn du merkst, dass du dich bei Instagram ablenkst oder anders prokrastinierst,  anstatt zu arbeiten – mach lieber eine richtige Pause und still deine echten Bedürfnisse. Das ist wahrscheinlich kein Insta, sondern mit ner Freundin quatschen, was essen oder ‘nen bisschen Bewegung.

  • Du musst deine produktivsten Zeiten wirklich kennen oder herausfinden (siehe 2). In denen erledigst du alle wichtigen Aufgaben, für die du Konzentration benötigst (z.B. für die nächste Klausur lernen, schwierige Vorlesungen hören, komplizierte Übungsaufgaben lösen). In weniger produktiven Zeiten machst du weniger wichtige Aufgaben: Modellbau, Vorlesungen und Übungsaufgaben in Fächern, die dir leicht fallen, oder E-Mails schreiben.

  • Verbanne möglichst alle Ablenkungen während deiner Arbeitszeit und stell dir Snacks und Getränke an deinen Arbeitsplatz.

  • Gestalte deine Pausen so, dass sie dir Erholung bieten, für Zerstreuung sorgen und deinen Stress abbauen: Iss was Gutes, koch dir eine neue Kanne Tee, telefonier kurz mit Freund*innen oder Familie und hab Spaß, mach einen Spaziergang oder deinen Lieblingssport, lüfte deinen Raum, kümmer dich ausgiebig um dein Haustier,…

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4. Dein Dach: Belohnungen

Belohn dich in stressigen Zeiten öfter als sonst. Denn ehrlich? Du schaffst gerade Großes! Du bist gestresst und versuchst das Beste aus dieser Situation unter den gegebenen Umständen heraus zu holen.

Ich steh als imaginäre Cheerleaderin in deinem Prüfungsplan und feuer dich an!

Und du belohnst dich mit etwas, was dir wirklich richtig gut tut und für ‘ne relaxte Oase in deinem trubeligen Leben sorgt. Mit deiner Lieblingsserie jeden Abend, einer Yoga-Stunde am Morgen, Mittagessen kochen mit deiner WG, zwischendurch fette Beats auf die Ohren oder ‘nem schönen Schaumbad kurz vorm Schlafen gehen. Ey, was immer du gut findest!

 

Feier dich dafür, was du heute, gestern und in den vergangenen Jahren schon für tolle Erfolge geschafft hast!

5. Schirm dich ab von toxischen Bubbles und dem Erwartungsdruck anderer

Es ist wichtig, dass du dich auf dich konzentrierst und nicht darauf, was andere vermeintlich viel besser machen. Halt dich also besser fern von toxischen Bubbles in den Social Media und unter deinen Kommiliton*innen. Dort wird es immer andere geben, die etwas besser können als du (oder so tun als ob 😃).

Lass dich also nicht anstecken vom Stress und den Ängsten, den andere (auch Profs!) verbreiten.

 

Es kommt darauf an, dass du unter den dir persönlich gegebenen Umständen, das derzeit Bestmögliche herausholst.

 

Das heißt auch, dass du dich gegen den Erwartungsdruck abschirmen solltest, den deine Familie möglicherweise verbreitet. Setz dir für deine Prüfungszeit eigene, realistische Ziele. Denn auch die ganz große Träume wirst du nur schrittweise und nicht von heute auf morgen erreichen.

Auch der unter Architekt*innen und Architektur-Studierenden weit verbreitete Perfektionismus ist kein guter Ratgeber, wenn du bereits ausgelaugt bist und mit weniger Stress durch die Prüfungszeit gehen willst.

6. Dein Baumaterial: Gebündeltes Fachwissen

Es ist vollkommen okay, wenn du nicht in jedem Modul deines Architekturstudiums ein absolutes Genie bist oder auf Anhieb hervorragende Leistungen vollbringst.

Da du trotzdem deine Prüfungen bestehen und vielleicht sogar okaye Ergebnisse erreichen möchtest, lohnt sich ein Blick in herausragend gute Lehr- und Fachbücher der Architektur. Darin findest du zuverlässiges Fachwissen gebündelt und so aufbereitet, dass du es nachschlagen oder anwenden kannst.

Ich habe dir für fast alle Lehrfächer meine Lieblinge und ein paar Extras für spezielle Fragen zusammengestellt.

Beitragsbild(er): © Jeswin Thomas, pexels.com
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