Wie teuer ist ein Architekturstudium (inkl. Tipps zum Sparen)

Das Architekturstudium gehört zu den teuersten Studiengängen. Neben Ausgaben für Miete, Lebensmittel, Strom, Wasser, Internet, Versicherungen und anderen Lebenshaltungskosten haben Architekturstudierende hohe Ausgaben für Modelle, Druck- und Plotkosten sowie Fachbücher und (Pflicht)-Exkursionen. Im Folgenden nenne ich dir ungefähre Kosten, die im Architekturstudium auf dich zukommen. Außerdem gebe ich dir Spartipps an die Hand.

Du studierst Architektur? Teile deine Erfahrungen!

Erzähle uns, wie viel du ungefähr pro Semester oder pro Projekt ausgegeben hast! Vergiss nicht, etwas zu deinen Rahmenbedingungen zu sagen, also bspw. in welcher Region du studierst und was du von der Hochschule kostenlos gestellt bekommst.

Warum sage ich dir nicht konkret, wie teuer das Architekturstudium ist?

Die Kosten variieren sehr stark von Studierenden zu Studierenden, von Semester zu Semester und von Hochschule zu Hochschule. Deshalb nenne ich weder zu den einzelnen Punkten noch insgesamt eine Summe.

Hinzu kommt, dass jeder vor Ort andere Möglichkeiten hat, um beispielsweise günstig Modellbaumaterial zu besorgen. Auch die Vorlieben und Ansprüche bei jedem Architekturstudent (und den dazu gehörigen Professoren 🙂 ) sind unterschiedlich.

Meine Angaben sollen dir als Orientierung dienen. Bitte halte dich nicht allzu stark daran fest!

Zeichenmaterial

In das meiste Zeichenmaterial musst du nur einmal investieren. Gute Qualität und überlegter Kauf zahlen sich hier aus. Vieles kannst du über mehrere Semester oder gar Jahre verwenden. Du wirst lediglich Papiere (Skizzenbücher & Blöcke) und aufgebrauchte Skizzen-/Zeichenstifte zwischendurch ersetzen müssen.

Tipp 01: In diesem Blogbeitrag findest du meine „Must-haves“.

Wenn du gutes Zeichenmaterial für klassisches und technisches Zeichnen aus deiner Schulzeit hast, kannst du das natürlich auch weiterhin benutzen. Radierer, Spitzer, Bleistifte – das hast du vielleicht alles schon zu Hause?

Viel Zeichenmaterial kannst du auch gebraucht kaufen. Vor allem jene Dinge die du (wenn überhaupt) nur kurz benötigen wirst. Zum Beispiel eine Zeichenplatte oder auch Tuschestifte.

Manch Zeichenmaterial wirst du vielleicht auch nicht nutzen wollen. Marker sind beispielsweise sehr beliebt unter Architekturstudenten, sind aber auch extrem teuer. Du kannst zu günstigeren Alternativen greifen oder auch ganz darauf verzichten.

Geschätzte Kosten: 50 bis 100 Euro für Erstanschaffungen, anschließend 10 bis 30 Euro pro Semester.

Laptop und andere Hardware

Zum Kauf eines geeigneten Laptops habe ich einen extra Blogbeitrag geschrieben und darin auch Sparpotentiale genannt.

Kurz zusammen gefasst: Bevor du vor Studienbeginn in einen teuren PC oder Laptop investierst, warte lieber die ersten Tage/Wochen an der Hochschule ab. Manche Hochschulen bieten rund um die Uhr Zugang zu sehr leistungsstarken Computern. Wenn du (und ggf. deine Kommilitonen bei Gruppenarbeiten) so gut arbeiten kannst, benötigst du eventuell keinen teuren PC oder Laptop. Du musst dann nur bedenken, dass du dann ggf. ganze Nächte an der Hochschule verbringen wirst.

Geschätzte Kosten: Einen, maximal zwei neue Laptops über das gesamte Architekturstudium (Bachelor und Master) sowie Zubehör (USB-Stick, externe Festplatte für Datensicherungen, Maus) und eventuell eine Drucker-/Scanner-Kombi für ca. 100 Euro.

Software

CAD-Software bekommst du als Studentenversion meist kostenlos von den Software-Herstellern. Auch für andere Programme (z.B. 3D-Modelling-Software, Word, Photoshop & Co) gibt es günstigere und kostenlose Studentenversionen oder kostenlose Alternativen.

Zudem bieten viele Hochschulen ihren Studierenden kostenlose/sehr günstige Softwarelizenzen an. Informier dich also zunächst dort, bevor du investierst.

Geschätzte Kosten: 0 bis 20 Euro pro Monat

Modellbau

Hier steigen die Kosten konstant mit den steigenden Ansprüchen von dir und jedem deiner Professoren – also gefühlt von Semester zu Semester.

Neben unzähligen Arbeitsmodellen, benötigst du Modelle für die Zwischenpräsentationen und die Abschlusspräsentation.

Beim Modellbau sparen

  • Versuch Städtebaumodelle/Umgebungsmodelle immer mit Kommilitonen gemeinsam zu bauen. Dieses Modell könnt ihr über Einsatzplatten gemeinsam nutzen und euch die Kosten für die Materialien teilen. Außerdem spart ihr Zeit. Eine klassische win-win-Situation, die aus falschem Konkurrenzdenken häufig leider nicht in Betracht gezogen wird.
    Protipp: In vielen Jahrgängen finden sich ausgebildete Tischler/Schreiner, die mit handwerklichem Geschick tolle Umgebungsmodelle bauen. Im Gegensatz freuen sie sich meist, wenn du ihnen bei anderen Aufgaben hilfst oder Handlanger-Arbeiten übernimmst.
  • Für einfache Arbeitsmodelle reichen Wellpappe oder Hartschaumplatten meist vollkommen aus. Große und stabile Kartonagen bekommst du (häufig kostenlos!) im Einzelhandel.
    Protipp: In Fahrradläden fragen! Dort fallen viele große, stabile Kartonagen an.
  • Wer größere Mengen abnehmen kann, kann lohnenswerte Rabatte mit den Händlern vor Ort oder im Internet aushandeln. Tu dich also auch hier mit deinen Kommilitonen zusammen oder reg bei deiner Fachschaft eine Sammelbestellung an.
  • Klebstoffe sind teuer, aber Zeit ist Geld. Kauf dir also lieber den passenden Kleber zum Material. Du experimentierst sonst stundenlang mit den falschen Klebstoffen, versaust dein Arbeitsmaterial und bist wahrscheinlich auch noch frustriert.
    Protipp: Eine kleine Allzweckwaffe ist der Ponal Express (!) Holzkleber.
  • Maschinen: Jede halbwegs gut ausgestattete Hochschule hat Werkstätten, in denen die entsprechenden Maschinen genutzt oder ausgeliehen werden können. Informier dich was du tun musst, um Werkstätten und Maschinen nutzen zu können. Oh, und bitte gib die Maschinen schnellstmöglich zurück, wenn du sie nicht mehr benötigst.
  • Last but not least: Vergleich unbedingt die Preise! Im Modellbauladen/Bastelladen muss es nicht am günstigsten sein. Viele Sachen (Klebstoffe, Draht, Werkzeuge, usw.) sind in einem normalen Baumarkt günstiger.

Geschätzte Kosten: Du kannst mit 2 bis 3 Zwischenpräsentationen und 1 bis 2 Abschlusspräsentationen mit jeweils ein bis zwei Modellen pro Semester kalkulieren. Die Kosten sind schwer abzuschätzen und liegen vermutlich zwischen 50 bis 250 Euro pro Modell für eine Abschlusspräsentation sowie zwischen 0 und 20 Euro für Arbeitsmodelle.

Plotten und Drucken

Der Preis berechnet sich nach dem verwendeten Papier und der verbrauchten Farbe. Auch hier steigen die Kosten mit steigenden Ansprüchen konstant jedes Semester an und gipfeln sich in der Abschlussarbeit.

Druckkosten sparen

  • Einige Hochschulen bieten ihren Studierenden die Möglichkeit, kostengünstig oder gar kostenlos zu plotten. Meist nur nach Voranmeldung zu einem bestimmten Termin, zu blöden Öffnungszeiten und manchmal auch nicht in sooo guter Qualität oder nur Schwarz/Weiß. Aber probier es mal aus!
  • Nicht immer ist die Druckerei direkt auf dem Campus die günstigste und nicht immer ist der teurere Druck auch sein Geld wert. Neben den Preisen solltest du also auch die Druckqualitäten vergleichen. Eine gute Informationsquelle könnten hier wieder die Studierenden höherer Semester sein. Sie können dir Empfehlungen zu den Angeboten in deiner Stadt geben.
  • Für Zwischenpräsentationen reichen meist einfachere Pläne aus. Je nach Projekt und Prof solltest du abwägen, wo und wie du sparen möchtest.

Auch diese Kosten sind kaum abzuschätzen: Aber du kannst auch hier pro Entwurf mit 2 bis 3 Zwischenpräsentationen und 1 bis 2 Abschlusspräsentationen mit jeweils 3 bis 6 Plänen kalkulieren.

Exkursionen

Die Bandbreite der Exkursionen reicht von „machen wir nicht“, „musst du nicht machen“ bis zur mehrwöchigen Rundreise durch die USA als Pflichtveranstaltung. Was Pflicht- und was Wahlveranstaltung ist, erfährst du bei deiner Hochschule (Studienordnung, Modulübersicht, usw.).

Zusätzlich solltest du mit kürzeren Reisen/Tagesausflügen zu den Standorten deiner Entwurfsprojekte rechnen. Meist finden die zu Anfang des Semesters statt, um sich auf den Ort und damit das Projekt fachlich einzustimmen.

An meinen Hochschulen waren die meisten Standorte der Studienprojekte direkt oder in unmittelbarer Nähe der Unistadt und konnten mit den Öffis erreicht werden. Lediglich drei Projekte waren ein paar Hundert Kilometer entfernt. Drei Weitere waren auf einem anderen Kontinent und mussten vorab nicht besichtigt werden.

Für An- und Abreise mit der Bahn bzw. dem Auto kann man Fahrgemeinschaften bilden und so Spritkosten teilen bzw. günstige Gruppentickets buchen.

Architekturbücher

Manche Fachbücher wirst du dir kaufen wollen oder auch müssen. Dabei lohnt es sich den Blick auf gebrauchte Bücher oder (falls inhaltlich sinnvoll) ältere Auflagen zu richten. Den Großteil deiner Fachbücher kannst du dir aber in der Hochschulbibliothek ausleihen. Selbst wenn du ein paar Bücher per Fernleihe bestellen musst, kommst du günstiger weg, als wenn du sie kaufst.

Spartipp: Im Blog stelle ich dir meine Buchempfehlungen vor, die dir auf jeden Fall im Architekturstudium weiterhelfen und 10 Bücher, die jeder Architekturstudierende lesen sollte. Außerdem gibt es gelegentlich beim Abschluss von Abos von Fachmagazinen Fachbücher gratis dazu. Das lohnt sich natürlich nur, wenn du das Magazin sowieso lesen möchtest. Einige Verlage haben auch extra Verkaufsseiten mit günstigeren Preisen für Studierende. Zum Beispiel der DETAIL.

P.S. Deine wissenschaftlichen Arbeiten ausschließlich auf Internetrecherche basieren zu lassen, ist übrigens KEINE Lösung. 😉

Semestergebühren/Semesterbeiträge

Semestergebühren sind keine Studiengebühren! Semestergebühren beinhalten Kosten für das Semesterticket (Ticket für die Nutzung der Öffentlichen Verkehrsmittel), das Studentenwerk und die Studierendenschaft (also die Vertretung aller Studierenden, z.B. durch den AStA).

Die Semestergebühren variieren von Hochschule zu Hochschule, von Studentenwerk zu Studentenwerk und verändern sich meist auch jährlich. Aktuelle Semestergebühren erfährst du z.B. beim zuständigen Studentenwerk. In der Regel musst du bei der Immatrikulation bzw. bei der Rückmeldung jedes Semester deine Semesterbeiträge begleichen.

Studiengebühren

In Deutschland haben alle Bundesländer die allgemeinen Studiengebühren abgeschafft. In einzelnen Bundesländern/ an einzelnen Hochschulen fallen lediglich Studiengebühren für das Überschreiten der Regelstudienzeit oder ein Zweitstudium an. Zum Teil müssen auch ausländische Studierende Studiengebühren zahlen.

Studiengebühren müssen zudem an privaten Hochschulen bezahlt werden.

Ich freue mich auf dein Feedback!

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