Mappen gibst du bei der Bewerbung für ein Architekturstudium ab. Mit ihnen sollst du deine künstlerisch-kreativen Fähigkeiten belegen.
Von deiner Architektur-Mappe hängt also ab, ob du Architektur studieren und damit den ersten Schritt zum Traumberuf Architekt*in machen kannst.
Es ist also enorm wichtig, dass du dein Bestmögliches gibst und eine richtig gute Architektur-Mappe vorbereitest.
Wie du das am besten angehst, erfährst du in diesem Blogbeitrag. Berücksichtige bitte alle Tipps, damit deine Architektur-Mappe erfolgreich sein wird.
Was macht eine gute Mappe aus?
Eine richtig gute Architektur-Mappe zeigt, dass sich der/die Bewerber*in intensiv mit Architektur auseinandergesetzt hat. Sie zeigt künstlerisch-kreatives Können. Eine wirklich gute Mappe ist individuell und hat einen eigenen Stil.
Worauf achten Hochschulen bei deiner Architektur-Mappe?
Deine Mappe muss nicht perfekt aussehen. Du musst nicht zeichnen wie ein Profi oder Renderings wie aus einem Architekturbüro abliefern. (Renderings will ohnehin niemand in deiner Mappe sehen!)
Aufmerksamkeit
Hochschulen wollen vor allem sehen, wie du auf die Welt schaust und wie du diese Beobachtungen darstellt oder kreativ nutzt.
Fällt dir auf, wie Licht in einen Raum fällt? Wie Menschen einen Platz nutzen? Warum sich manche Orte gut anfühlen und andere nicht? Siehst du die kleinen Details an Gebäuden?
Genau solche Beobachtungen sind für deine Architektur-Mappe spannend.
Ideen & Kreativität
Wichtig ist nicht nur das fertige Bild, sondern auch deine Idee dahinter. Eine schnelle Skizze von einer U-Bahn-Station, eine Fotoserie über Hauseingänge, ein Modell aus Papier oder eine Zeichnung von deinem Zimmer können stark sein, wenn man merkt: Da hat jemand genau hingeschaut.
Zeig also nicht nur schöne Ergebnisse. Zeig, dass du Raum verstehst, Dinge hinterfragst und eigene Ideen entwickelst.
Künstlerische Technik
Du musst kein Profi sein, aber du musst die wichtigste künstlerische Technik beherrschen: Zeichnen können.
Das heißt nicht, dass du nur sorgsam konstruierte Perspektiven oder ausschließlich Zeichnungen zeigen sollst. Im Gegenteil.
Aber es sollten gute bis sehr gute Zeichnungen enthalten sein, in denen du zeigst, dass du wichtige Zeichentechniken (Perspektive, Darstellung von Licht/Schatten und Material, usw.) drauf hast.
Bewusstsein
Gut ist außerdem, wenn deine Mappe nicht wirkt wie ein zufälliger Ordner mit Werken aus dem Kunstunterricht und abgezeichneten Pinterest-Ideen. Sie braucht keinen komplizierten roten Faden, aber sie sollte bewusst zusammengestellt sein.
Individualität
Frag dich bei jeder Seite: Was zeigt diese Arbeit über mich?
- Meine Beobachtung?
- Meine Idee?
- Meine künstlerische Technik?
- Meine Art, Probleme zu lösen?
Am Ende suchen Hochschulen keine perfekte Mappe. Sie suchen kreatives Potenzial. Sie wollen sehen, ob du neugierig und kreativ bist, dranbleibst und Lust hast, dich mit Raum, Stadt, Gestaltung, Material und Menschen auseinanderzusetzen.
3 häufige Fehler in Mappen
1. Mappe ist nur schön
Der größte Fehler: Du versuchst, eine Mappe zu bauen, die einfach nur „schön“ aussieht.
Klar, deine Technik sollte sauber sein. Aber eine gute Mappe ist nicht nur eine Sammlung schöner Bilder.
2. Copy-Paste „Inspiration“
Natürlich darfst du dir Beispiele anschauen. Aber wenn deine Mappe aussieht wie eine Sammlung aus Mappen, die Bewerber*innen bei Pinterest, TikTok und Co. gezeigt haben, wird sie austauschbar.
Hochschulen wollen nicht sehen, dass du Trends nachbauen kannst. Sie wollen deine Sicht auf die Dinge sehen.
3. Schlechte Präsentation
Versiffte Mappen, schlechte Fotos, schiefe Scans,winzige Abbildungen oder ein chaotisches Layout können gute Arbeiten schlechter wirken lassen.
Deine Mappe muss nicht aussehen wie ein Magazin. Aber sie sollte sauber, ordentlich, lesbar und durchdacht sein.
4. Vorgaben nicht eingehalten
Check die Vorgaben deiner Hochschulen früh genug. Jede Hochschule macht ihr eigenes Ding. Manche wollen eine Mappe, andere nicht. Manche verlangen ein PDF, eine bestimmte Seitenzahl oder Werke zu einem bestimmten Thema.
Wenn du das zu spät merkst, wird es stressig. Im Studienführer Architektur findest du deshalb eine kompakte Übersicht aller Architektur-Hochschulen mit Fristen uns Zulassungsvoraussetzungen – damit du nicht jede Hochschulwebsite einzeln durchsuchen musst.
Und Zugang zu meinem Mappen-Online-Kurs bekommst du zum Studienführer kostenlos dazu. Wenn das nix ist?
5 Tipps für eine erfolgreiche Architektur-Mappe
1. Besuche Kunstkurse in deiner Region
Kunstkurse werden zum Beispiel von städtischen Kunstschulen, Volkshochschulen (VHS) und freien Künstler*innen angeboten.
Dort kannst du kreative Techniken lernen und bekommst Feedback von Profis. Youtube-Tutorials von Laien reichen deshalb nicht aus.
Besonders geeignet sind Kurse zu diesen Themen:
- Malen und Zeichnen in Landschaft und Natur (insbesondere Urban Sketching),
- Grundlagenkurse Malen und Zeichnen (insbesondere zu Farben und räumlicher Darstellung/Perspektiven)
- und Zeichnen.
- Volkshochschulen in größeren Städten wie z.B. Berlin haben auch preiswerte Mappenkurse.
PREIS: Kunstkurse sind nicht kostenlos, aber i.d.R. preiswert und bieten oft Ermäßigungen für Schüler*innen. Da du hier wichtige Grundlagen für dein gesamtes Architekturstudium schaffst, lohnt sich diese Investition.
2. Beschäftige dich mit Architektur
Mach dir Gedanken über alles, was du in deiner bebauten Umgebung siehst: Schau dich ganz genau um. Beobachte Menschen, wie sie mit Architektur interagieren. Zum Beispiel in einer Einkaufsstraße, am Bahnhof, in deiner Schule oder bei dir zu Hause.
Sieh dir Dokumentationen an und bleib in Sachen Architektur-Nachrichten auf dem neusten Stand.
Kritisches Denken üben
Konsumiere dabei nicht nur, sondern sei kritisch! Es geht beim kritischen Denken darum, Architektur und deine Beobachtungen zu hinterfragen, eigene Vorurteile zu erkennen und auf Basis von Fakten fundierte, unabhängige Entscheidungen zu treffen.
Diese Fähigkeit ist extrem wichtig für den Entwurfsprozess und deine eigene Haltung als (angehende*r) Architekt*in. Sie ist deshalb auch bei der Bewerbung, in deinem gesamten Architekturstudium und später im Berufsleben gefragt.
Du zeigst dein kritisches Denken auch in den Werken deiner Mappe. Beispielsweise durch dein Konzept, einen roten Faden und deine Motive.
3. Verstehe die Theorie und lerne Techniken
Es reicht nicht, nur „irgendwie“ zu zeichnen. Du musst mit deiner Mappe belegen, dass du auch die Techniken beherrschst. Hierfür empfehle ich dir Lehrbücher, um die Technik zu verstehen und deine Zeichentechniken zu verfeinern.
Meine Empfehlungen:
4. Hier bekommst du Antworten auf deine Fragen zur Mappe
In meinem Mappen-Online-Kurs beantworte ich alle Fragen, die du und andere Bewerber*innen beim Erstellen ihrer Mappe fürs Architekturstudium haben.
Zum Beispiel,…
- den Aufbau der Mappe
- wie du Inspiration für Architektur-Mappe findest
- worauf du beim Erstellen deiner Werke achten musst
- wie du passende Motive für deine Mappe auswählst
- wo du hilfreiches Feedback für deine Mappe erhältst
- was eine erfolgreiche Mappe fürs Architekturstudium ausmacht
Außerdem kannst du mir persönlich weitere Fragen stellen.
Mappenkurs inklusive
Ein Zugang zum Mappenkurs ist im Studienführer Architektur inklusive. Alternativ kannst du meinen preiswerten Mappen Online-Kurs hier kaufen.
5. Besuche Mappen-Beratungen der Hochschulen
Sobald du eine erste Mappe erstellt hast, besuch die Mappen-Beratungsgespräche an den Hochschulen, an denen du dich bewerben möchtest.
Dort kann man dir Tipps geben, wie du deine Mappe – für diese eine Hochschule – verbessern kannst.
Diese Beratungen werden direkt von den Hochschulen angeboten und sind immer kostenfrei. Terminvereinbarung ist meist notwendig.
Übersicht: Unis, an denen man keine Architektur-Mappe abgeben muss
Es gibt viele Gründe, wieso man keine Architektur-Mappe erstellen möchte oder kann. Und ich kann alle nachvollziehen. 😃
Deshalb findest du im exklusiven Leser*innenbereich zum Studienführer Architektur eine Übersicht über alle Hochschulen in Deutschland, die keine Architektur-Mappe anfordern.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Eine Architektur-Mappe ist eine Sammlung eigener künstlerisch-kreativer Arbeiten, mit der du dich für ein Architekturstudium bewirbst. Sie soll zeigen, ob du wie du beobachtest, dich künstlerisch ausdrückst, Ideen entwickelst und gestalterische Entscheidungen triffst.
Mit der Mappe belegst du deine künstlerisch-kreativen Fähigkeiten.
Hochschulen möchten sehen, ob du Verständnis für Architektur, Raum, Proportion, Perspektive, Material, Komposition hast, kreativ bist und verschiedene künstlerische Techniken beherrschst.
Nein. Manche Hochschulen verlangen eine Mappe, andere nicht. In Deutschland hat jede Hochschule hat andere Voraussetzungen für die Bewerbung zum Architekturstudium.
Prüfe deshalb immer die aktuellen Vorgaben deiner Wunschhochschule. Im Studienführer Architektur findest du eine Übersicht aller Architektur-Hochschulen mit ihren Bewerbungsfristen und Voraussetzungen – kompakt an einem Ort. In dieser Vollständigkeit gibt es eine solche Übersicht sonst nirgends.
Am besten mehrere Monate vor der Bewerbungsfrist. Viele Bewerber*innen unterschätzen, wie viel Zeit für Ideenfindung, Zeichnungen, Überarbeitung, Auswahl, Digitalisierung und Layout der Mappe nötig ist.
- Motive, die du von anderen abgezeichnet hast oder bei denen die Idee dahinter nicht von dir stammt
- reine „Deko“-Arbeiten
- beliebige Motive ohne Bezug zu Architektur/Raum/Mensch im Raum
- technische Zeichnungen und 3D-Renderings
- alles ohne eigene Idee
Zudem sollte deine Mappe nicht wie eine Sammlung zufälliger Bilder wirken.
Das hängt von der Hochschule ab. Viele Hochschulen geben eine genaue Seitenzahl, Dateigröße oder Anzahl der Arbeiten vor. Halte dich immer an diese Vorgaben. Qualität ist wichtiger als Masse.
Das hängt von der Hochschule ab. Die Hochschulen geben genau vor, ob du deine Mappe digital oder analog abgibst. Halte dich immer an diese Vorgabe.
Viele Mappen bestehen nur aus schönen Einzelbildern, die weder besonders kreativ sind noch gute Technik zeigen.
Zudem sieht man häufig Werke, die man bereits aus anderen Mappen kennt. Scheinbar denken Bewerber*innen, dass es nicht auffalle, wenn sie Werke anderer oder die Idee dahinter kopieren.

