7 Tipps für ein besseres Zeitmanagement im Architekturstudium

Ich habe zwei gute und eine schlechte Nachricht für dich!
Die erste Gute: vermutlich musste jeder Architekturstudierende im Laufe seines/ihres Studiums mindestens eine Nacht durcharbeiten. Du bist also auf keinen Fall allein und studierst mit vielen Leidensgenossen.
Die Zweite: es gibt ein paar Tipps und Tricks, wie man die durchgearbeiteten Nächte auf ein Minimum reduzieren kann.

Du musst sie jedoch möglichst früh berücksichtigen, denn – und das ist die schlechte Nachricht – die meisten davon helfen nicht, wenn du bereits den Punkt X überschritten hast. – SORRY! Wenn du also beispielsweise am Ende deiner Projektarbeit merkst, dass deine Entwurfsidee echt mies ist, hast du nicht mehr viele Möglichkeiten:

  • Du beginnst neu und arbeitest die Nächte durch, um alles wieder aufzuholen. (Außer du hast genügend Zeitpuffer eingeplant – siehe Punkt 5!)
  • Du holst das Beste aus deiner bisherigen Idee raus und lebst mit den Mängeln in deiner Arbeit.
  • Du holst dir Hilfe (falls das erlaubt ist).
  • Oder du wirfst alles hin.

Du musst dann abwägen und die für dich beste Entscheidung treffen.

Im Folgenden möchte ich dir aber erklären, wie du solche und ähnliche Situationen möglichst vermeiden kannst.

Wie du dieses Semester nicht so viele Nächte durcharbeiten musst

1. Halt dir deine Termine täglich vor Augen!

Such dir einen großen Wandkalender, auf dem du alle Tage bis zum Ende deines Projektes überblicken kannst, und markiere darin (fett) alle wichtigen Abschlusspräsentationen und sonstigen, wichtigen Termine. Verwende für jedes Projekt eine andere Farbe. Häng diesen Kalender an deinem Arbeitsplatz an die Wand.

Warum? Die meisten unterschätzen einfach die Zeit, die ihnen bis zur Deadline bleibt. Wer seine Termine ständig sieht, wird auch ständig daran erinnert.

Tipp: Wenn du keinen Wandkalender kaufen willst, druck dir einfach alle Monate bis zum Projektende/Semesterende aus und häng sie nebeneinander. Im Internet findest du einige kostenlose Vorlagen.

2. Markiere im Kalender alle Zwischenpräsentationen

Befestige neben deinem Kalender einen To-Do-Liste (möglichst mit großen Lettern geschrieben), mit allen Arbeitsschritten, die du bis zur Zwischenpräsentation erledigen musst. Geh möglichst detailliert vor und ergänze diese Liste regelmäßig, um keine Überraschungen zu erleben. Schreibe also nicht nur „Grundrisse kolorieren“, sondern „Grundriss EG kolorieren“, „Grundriss 1. OG kolorieren“ usw.. Vergiss dabei nicht die ganzen Arbeiten, die nebenbei anfallen: zum Beispiel Pläne drucken lassen, Modellbaumaterial besorgen oder Termine mit anderen zu planen.
Diesen Zettel kannst du nach und nach abhaken und deinen Fortschritt dokumentieren. Viele Menschen motiviert das tägliche abhaken der erledigten Aufgaben!

 3. Setz dir zusätzliche Meilensteine!

Das können Konsultationstermine mit deinem Prof oder selbst gesetzte Fristen sein. Wenn du dir selbst Termine setzen musst, versuch die benötigte Zeit möglichst realistisch einzuschätzen. Denk an Pausen, Urlaube oder Wochenenden, an denen du deine Freizeit genießen und auch mal entspannen kannst.
Notiere dir – wie auch schon bei den Zwischenpräsentationen – was du bis dahin erledigt haben willst. Verinnerliche bei deiner Aufgaben- und Zeitplanung Punkt 4 und 6!

Tipp: Nutze Post-Its für Meilensteine und Zwischenpräsentationen in deinem Kalender. Manchmal verschieben sich die Termine und so kannst du einfach umplanen. (siehe Punkt 4)

4. Sei realistisch!

Recht wahrscheinlich wird während deiner Arbeit irgendetwas schief laufen. Zudem ist es wissenschaftlich bewiesen, dass Arbeiten meist doppelt so lange benötigen, wie man vorab für sie einplant. Plane deine Zeit also halbwegs realistisch ein und bürde dir nicht unnötig viel auf.

5. Plane ausreichend Zeitpuffer ein!

Wie gesagt, es kommt immer irgendetwas dazwischen. Sei es der Prof, der urplötzlich noch ein Detail ausgearbeitet haben will, eine fiese Krankheit oder einfach nur Murphys Gesetz. Naja, oder einfach eine falsche Selbsteinschätzung, was die eigene Leistungsfähigkeit anbelangt.
Veranschlage als Zeitpuffer circa 1/3 der Zeit, die dir für die gesamte Projektarbeit zur Verfügung steht. Das hört sich im ersten Moment viel an, ist es aber wirklich nicht. Und falls du am Ende doch noch etwas Zeit hast, kannst du entweder mal ordentlich ausschlafen oder noch eine zusätzliche Sahnehäubchen-Aufgabe erledigen.

6. Leg frühzeitig deine persönlichen Prioritäten fest!

Welche Leistungen musst du unbedingt abliefern und auf welche könntest du verzichten?
Wenn du mehrere Projekte gleichzeitig bearbeiten musst, gilt es abzuwägen, welches wichtiger für dich ist. (Spoiler: Es ist nicht immer das Entwurfsprojekt, auch wenn es dafür die meisten Credits gibt, sondern kann z.B. auch Tragwerksplanung sein, weil du die letzte Prüfung nur gerade so bestanden hast, oder ein BauKo-Projekt, in dem du keine Wissenslücken aufkommen lassen solltest.)

Versuch deine Prioritäten jedoch rechtzeitig festzulegen, damit du beispielsweise einen Kurs auf das nächste oder übernächste Semester verschieben kannst oder deinem Prof die zusätzlichen „Sahnehäubchen“-Aufgaben ausreden kannst.

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7. Gönn dir!

Hast du erfolgreich eine Zwischenpräsentation gehalten, eine Prüfung absolviert oder einen Meilenstein geschafft? Dann gönn dir etwas!
Neben der eigenen Erholung und Regeneration (die du dir IMMER gönnen solltest – egal ob du erfolgreich warst oder nicht), kann das ein Erlebnis oder eine tolle Sache sein, die du dir leistest. Egal was, es sollte für dich etwas Besonderes sein, dass du dir nicht jeden Tag gönnst. So kannst du dich zusätzlich motivieren, wenn die Woche mal wieder stressig war. Denn ganz ehrlich, eine bestandene Statik-Prüfung ist zwar super, aber die allein hat mich morgens auch nicht aus dem Bett geholt… :)

Butter bei die Fische!

Wie viele Nächte hast du im letzten Semester durchgemacht und was gedenkst du, dagegen zu tun? Oder hast du weitere Tipps für ein besseres Zeitmanagement? Dann immer her damit und ab in die Kommentare.

Ich freue mich auf dein Feedback!

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