Es gibt ein paar Fehler, die ich während meines Portfolio-Feedbacks immer wieder in den (Innen-)Architektur-Portfolios von Studierenden und Absolvent*innen sehe. Dadurch verpassen viele die Chance, sich selbst und ihre Projekte bestmöglich zu präsentieren.
Dabei ist es entscheidend für deine berufliche Zukunft, dass dein Portfolio nicht nur gut aussieht, sondern auch klar, einzigartig und leicht verständlich ist – und dich von KI-generiertem Non-Sense deutlich abhebst.
Ich erkläre dir, welche Fehler du unbedingt vermeiden solltest – und wie du es besser machst. Falls du noch Fragen hast oder dir unsicher bist, arbeite ich gerne im Portfolio-Feedback mit dir.
1. Dein Portfolio ist nicht lesbar
Problem
Es ist erschreckend, wie viele Portfolios ausschließlich in Groß- oder Kleinbuchstaben, ohne Satzzeichen, mit Blocksatz, ohne Absätze und ähnlichen nicht-lesbaren Schrift- und Absatzlayouts gestaltet sind.
Diese Formatierungen lassen sich extrem schlecht lesen. Es kostet unglaublich viel Mühe (und Zeit), sie überhaupt zu erfassen.
So machst du es besser:
- Texte in linksbündigem Flattersatz formatieren
- Texte in sinnvolle Absätze gliedern
- Korrekte Groß- und Kleinschreibung beachten
- Satzzeichen (korrekt) verwenden
- Keine automatische Silbentrennung verwenden – die ist fast immer falsch
Tipps zur Umsetzung
Schreibe deine Texte in Word oder einem anderen Programm mit Rechtschreibkorrektur vor oder nutze die Rechtschreibprüfung von Duden.
Ausschließlich Groß- bzw. Kleinbuchstaben solltest du maximal für Überschriften nutzen oder um einzelne Wörter hervorzuheben.
Warum das wichtig ist?
Arbeitgebende und Unis haben wenig Zeit. Ein unleserliches Portfolio landet schnell im Papierkorb
2. Du kopierst ein fremdes Design
Fehler
Viele nutzen Templates oder kopieren andere Portfolio-Designs aus dem Internet. Das fällt auf und wirkt unkreativ. So wirst du nicht positiv, sondern negativ herausstechen und dein Portfolio direkt zur Seite gelegt werden.
So machst du es richtig
Auch das Design deines Portfolios sollte deine künstlerisch-gestaltenden Fähigkeiten unter Beweis stellen.
- Entwickle ein individuelles Design-Konzept: Was passt am besten zu dir und deinen Projekten? Wie stellst du deine Projekte ins beste Licht?
- Nutze ein Raster für Konsistenz, aber bleibe flexibel.
- Vermeide Standard-Templates – sie wirken austauschbar.
3. Dein Design ist chaotisch und nicht schlüssig
Große Herausforderung
Einerseits sollte dein Portfolio individuell sein und dein künstlerisch-kreatives Talent zeigen. Andererseits muss dein Portfolio von Menschen mit wenig Zeit schnell erfasst werden können.
Problem
- Zu viele oder unpassende Schriftarten, Schriftgrößen usw.
- Schlechte Struktur der Projekte und einzelnen Projektpräsentationen
So machst du es besser
Ziel
Kreative und übersichtlich-funktionale Portfolio-Gestaltung.
Umsetzung
- Schlüssiges,bewusst gewähltes und konsequent verwendetes Gestaltungskonzept
- Übersichtliche und gut erfassbare Seitengestaltung
- Zum Inhalt passende Anordnung der Projektinhalte
- Maximal 2 bis 3 Schriftarten, verwendet in passenden typografischen Hierarchien
- Weißraum als gestaltendes Element nutzen, Seiten nicht überladen
- Unnötige Grafikelemente weglassen oder auf konsequente Verwendung achten
- Behutsamer Umgang mit Ausrichtungen, Hierarchien, Kontrasten und Harmonien
Bonus: Fehler, der seit letztem Jahr noch problematischer ist
Problem
KI-generierte Texte sind generisch und sagen nur wenig über dein Projekt aus.
Warum das wichtig ist?
- Arbeitgeber und Unis wollen dich kennenlernen: Sie möchten verstehen, wie du arbeitest, welche Werte du vertrittst und wie du Projekte angehst. KI-Texte können dies nicht vermitteln, sind inhaltlich zu allgemein und austauschbar – erfahrene Architekt*innen und Professor*innen erkennen das.
- KI versteht keine Architektur und kann deine individuellen Entwurfsentscheidungen nicht erklären.
- Fehler und Ungenauigkeiten: KI-Texte enthalten oft falsche oder oberflächliche Aussagen, besonders bei komplexen Themen wie Konstruktion, Materialwahl oder städtebaulichen Konzepten.
Woran liegt es, dass LLM keine guten Projektbeschreibungen texten kann?
LLMs wie ChatGPT können keine guten Projektbeschreibungen für Architektur-Portfolios texten, weil sie nicht auf Basis von eigenem Fachwissen, persönlicher Erfahrung oder projektbezogener Reflexion antworten, sondern lediglich statistische Muster aus allgemeinen Textdaten reproduzieren. Ihnen fehlt also z.B. das tiefgehende Verständnis für individuelle Entwurfsentscheidungen oder für Herausforderungen durch die Aufgabe oder die Rahmenbedingungen des Entwurfs.
So machst du es besser
- Überlege, was dein Projekt ausmacht und welche Entwurfsentscheidungen du getroffen hast.
- Erkläre Aufgabe (kurz), Konzept (ausführlich) und darauf basierende Entscheidungen sowie deren Grundlage (Vorarbeiten, Recherchen, Fachwissen, usw.).
- Verfalle nicht in Floskeln und verwende keinen Immobilienmakler*innen-Sprech.
- Verwende Fachbegriffe.
- Verzichte darauf, deine Projektbeschreibungen von ChatGPT und Co. schreiben zu lassen.
- Wenn du KI verwenden möchtest, nutze sie sinnvoll. Bspw. um deine Stichpunkte thematisch zu sortieren oder einen vorhandenen Text besser zu strukturieren.
- Prüfe final, dass du keinen generischen B*llshit in dein Portfolio packst.
Machst du noch sehr viel falsch? Oder bist du dir unsicher?
Dann buch dir einen Termin für mein Portfolio-Feedback. Ich schaue mir dein (Innen-)Architektur-Portfolio ganz genau an, beantworte deine Fragen und gebe dir ganz konkrete Tipps, was du inhaltlich und gestalterisch verbessern solltest. 💚