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Zulassungsvoraussetzungen und -beschränkungen für ein Architekturstudium (Übersicht)

Bewerbung: Zulassungsvoraussetzungen und -Beschränkungen zum Architekturstudium | © Anett Ring, Architektur-studieren.info

Zulassungsvoraussetzungen und -beschränkungen für ein Architekturstudium (Übersicht)

Architektur-studieren.info

Für die Zulassung zum Architekturstudium musst du an vielen Universitäten, Kunstakademien und Hochschulen in Deutschland nicht nur eine entsprechende Berufs- oder Schulausbildung vorweisen können, sondern auch weitere Zulassungsvoraussetzungen erfüllen.

In den unterschiedlichen Auswahlverfahren wird deine Eignung für ein Architekturstudium geprüft und auch die Ernsthaftigkeit, mit der du es anstrebst.

Inhalt

Allgemeine Informationen

Aktuell gibt es in Deutschland keine einheitliche Regelung zur Zulassung zum Architekturstudium. Das heißt, die Zulassungsvoraussetzungen und -beschränkungen zum Architekturstudium sind von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich. Was an einer Hochschule gilt, kann an einer anderen ganz anders geregelt sein.

Ausführliche Informationen

In diesem Beitrag gebe ich dir einen kurzen Überblick zu den typischen Zulassungsvoraussetzungen. Ausführliche Informationen insbesondere zur Mappenabgabe, dem Motivationsschreiben und Eignungstests, sowie zum Bewerbungs-, Auswahl- und Zulassungsverfahren, gebe ich dir in meinem Studienführer Architektur.

NC (Numerus Clausus)

Der Numerus Clausus (NC) wird häufig missverstanden: Der NC ist nicht dein Notendurchschnitt und steht auch nicht vorab fest.
Der NC ist eine Auswahlgrenze, die erst nach Eingang aller Bewerbungen festgelegt wird. Gehen mehr Bewerbungen ein, als Studienplätze vorhanden sind, werden nur die Besten zugelassen.

NC im Architekturstudium

Für das Studienfach Architektur gibt es in Deutschland keinen einheitlichen NC, die Hochschulen legen den NC jedes Semester neu fest („Hochschulinterner NC“).

Der NC kann also nicht im Vorfeld bekannt sein, sondern erst nachdem alle Bewerbungen eingereicht wurden. Die NC-Werte aus den letzten Jahren können dir ein Anhaltspunkt sein, aber du solltest dich von ihnen nicht abhalten lassen, dich trotzdem zu bewerben. Schließlich weißt du im Vorfeld nicht, wie gut/schlecht deine Mitbewerber*innen sind.

Wie wird der NC berechnet?

Aus den eingereichten Bewerbungen wird eine Durchschnittsnote errechnet, die mindestens vorliegen muss, um zugelassen zu werden. Zudem fließt z.B. die Anzahl der Wartesemester in die Zulassungsgrenzen ein.

Es können aber auch andere Kriterien in den NC einfließen, wie zum Beispiel Noten in bestimmten Schulfächern oder deine Ergebnisse aus anderen Zulassungsvoraussetzungen (z.B. die Bewertung einer Mappe). Welche genau das sind, erfährst du bei den jeweiligen Hochschulen.

Eignungstest, Eignungsprüfung und persönliche Gespräche

Wie auch die anderen Auswahlverfahren, sind die Eignungstests von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich. Um dich darauf vorzubereiten, findest du auf den Websiten der Hochschulen, die Eignungstests durchführen, Informationen zu den Aufgaben die du vor Ort oder vorab lösen musst.

„In einem Auswahlverfahren (Eignungstest) soll der Bewerber nachweisen, dass er die künstlerische und technische Befähigung besitzt, um das Studienziel zu erreichen.“ (Quelle: HTWK Leipzig)

Die Dauer des Eignungstest und auch die Aufgaben die du erfüllen musst, sind sehr unterschiedlich. Fast immer gehört aber eine zeichnerisch-gestalterische Prüfung dazu, in der du „live“ etwas zeichnen, konstruieren oder entwerfen musst. Denk also unbedingt daran, passende Zeichenmaterialien mitzunehmen (evt. unterschiedliche Papiere, Stifte, usw.) und dich entsprechend vorzubereiten.

Gelegentlich muss man eine der Testaufgaben („Hausaufgabe“) bereits zu Hause vorbereiten und im Eignungstest einer Gruppe von Studienbewerber*innen, Studierenden und Professor*innen vorstellen. Das ist nicht so schlimm, wie es sich anhört. Lies dir dir Aufgabe genau durch und bereite dich gewissenhaft vor.

Auch persönliche Gespräche zu deinen beruflichen Zielen und deinen Vorstellungen vom Studium und dem Beruf Architekt*in, gehören sehr häufig zu solchen Tests. In der Regel wird auch grundlegend dein Interesse an der Architektur überprüft und geschaut, inwiefern du dich schon mit der Thematik auseinander gesetzt hast. Dabei sind Fragen zu deinen Lieblingsarchitekt*innen oder -Bauwerken durchaus an der Tagesordnung.

Tipps zur Vorbereitung auf einen Architektur-Eignungstest

Du musst dich auf einen Eignungstest für ein Architekturstudium vorbereiten? In meinem Studienführer Architektur habe ich dir hierfür Tipps zusammengestellt.

Hast du bereits an einem Eignungstest teilgenommen?

Ich möchte gemeinsam mit euch Aufgaben sammeln, die wir in Eignungstests lösen mussten. Damit können wir anderen Studienbewerbern helfen, sich auf diese Tests etwas vorzubereiten. Erzähl bitte in den Kommentaren, bei welchen Eignungstests du warst und welche Aufgaben gestellt wurden!

Vorpraktikum

Je nach Hochschule müssen notwendige Praktika vor dem Studium als Baustellen- und/oder Büropraktikum geleistet werden. Das heißt, du kannst es im Bauhauptgewerbe oder im Baunebengewerbe (= Baustellenpraktikum) ODER in Architekturbüros (= Büropraktikum) machen.

Vor Beginn deines Praktikums solltest du dir die Praktikumsrichtlinien ganz genau durchlesen. Darin wird z.B. definiert, wie lang du in welchem Bereich dein Praktikum machen musst (Baustelle oder Architekturbüro) und welche anderen Formalitäten du beachten musst.

Gelegentlich gibt es auch die Möglichkeit, nur einen Teil des Praktikums vor Studienbeginn zu machen und den anderen Teil während des Studiums. Falls dies möglich ist und du es in Betracht siehst, solltest du jedoch bedenken, dass während des Semesters kaum/keine Zeit neben dem Studium bleibt und häufig in den Semesterferien andere Pflichtveranstaltungen oder gar andere Pflichtpraktika anstehen.

Achtung

Falls deine Wunsch-Hochschule ein Vorpraktikum fordert, kümmere dich rechtzeitig um weitere Infos und auch den Praktikumsplatz. Je nach Hochschule ist die notwendige Dauer des Praktikums durchaus recht lang – 8 Wochen sind Durchschnitt, würde ich schätzen. Zudem sind die Praktikumsplätze in Architekturbüros und bei Handwerker*innen für Schüler*innen sehr, sehr, sehr rar.

Auch wenn kein Vorpraktikum verbindlich gefordert wird, so ist es doch eine lohnenswerte Investition. Das Architekturstudium ist zwar praxisbezogen, aber dennoch kommt die Praxis häufig viel zu kurz. In einem Vorpraktikum kannst du a) herausfinden, ob der Beruf Architekt*in wirklich etwas für dich ist und b) auch einen Blick hinter die rosaroten Kulissen werfen. Du wirst beispielsweise schnell feststellen, wie stressig der Berufsalltag sein kann und das deine Aufgabenbereiche fernab vom ständigen Zeichnen schöner Bilder sind.

Motivationsschreiben

In einem Motivationsschreiben musst du schriftlich erklären, wieso du Architektur studieren möchtest und warum genau an dieser Hochschule. Falls ein Motivationsschreiben verlangt wird, findest oder erhältst du bei der Hochschule meist noch andere Fragen, die du darin beantworten sollst. Oft ist auch der Umfang vorgegeben.

Motivationsschreiben schreiben

Den meisten von uns geht das Verfassen eines Motivationsschreibens nicht besonders einfach von der Hand. Deshalb habe ich dir in meinem Studienführer Tipps zum Inhalt und zum Aufbau deines Motivationsschreibens zusammengestellt. Damit kannst du ganz einfach dein persönliches Motivationsschreiben erstellen.

Künstlerische Mappe

Mit einer „Mappe“ sind von dir zusammengestellte, künstlerisch-gestalterische Werke gemeint, die du in der Vergangenheit selbstständig angefertigt hast. Durchschnittlich werden 15 bis 30 Arbeiten gefordert, die du meist als Originale in einer Sammelmappe einreichen musst.

Falls du eine Mappe einreichen musst, findest du auf der Website der Hochschule wichtige Informationen, was du darin zeigen sollst, worauf besonders Wert gelegt wird, welche Werke nicht (oder in anderer Darstellungsform) eingereicht werden dürfen und vieles mehr.

Gelegentlich gibt es statt der „freien Themenwahl“ auch besondere Aufgaben oder Themen, zu denen du innerhalb eines bestimmten Zeitraums eine künstlerische Mappe erarbeiten musst. Dies ist zum Beispiel an der Universität der Künste Berlin (UdK Berlin) der Fall. Für die Bewerbung zum Wintersemester 2016/2017 war dies zum Beispiel das Thema „Raumerkundung“.

Vor der Abgabe einer künstlerischen Mappe haben die meisten Studienbewerber*innen Angst. Es gibt jedoch auch Mappenkurse und Mappenberatungen, die von Kunstakademien, (Kunst)-Hochschulen und -Akademien, Volkshochschulen und auch einigen Künstler*innen und Unternehmen angeboten werden und dich beim Erstellen der künstlerischen Mappe unterstützen.

Achtung

Für die Erarbeitung einer Mappe und der darin enthaltenen Arbeiten solltest du längere Zeit einplanen. Das können durchaus 6 Monate bis 1 Jahr (oder noch länger) sein. Du solltest also rechtzeitig damit beginnen, Werke anzufertigen und diese ordentlich zu sammeln.

Tipps: Mappe fürs Architekturstudium erstellen

Die Tipps zur Erarbeitung und Gestaltung einer künstlerischen Mappe* sind in diesem Buch sehr gut und auch hilfreich für Bewerber*innen beschrieben.
Die Absätze über das Architekturstudium und den Beruf Architekt*in enthalten jedoch zahlreiche inhaltliche Fehler bzw. sind an einigen Stellen im Buch zu allgemeingültig formuliert (Hier findest du meine ausführliche Rezension.) Halte dich bei allen Infos zu Studium & Beruf lieber an meinen Studienführer, die Tipps zur Mappe sind aber sehr gut.

Brauchst du Unterstützung für dein Architektur-Portfolio?

Ich gebe dir Feedback zu den inhaltlichen und formalen Stärken und Schwächen deines Portfolios. Professionell und mit zahlreichen, hilfreichen Tipps.

Über mich

Hej! Ich bin Anett und ich habe mein Architekturstudium mit Bestnoten abgeschlossen, obwohl es wirklich nicht immer einfach war. Auf architektur-studieren.info teile ich meine persönlichen Erfahrungen mit dir und gebe dir Tipps für ein erfolgreiches Architekturstudium.

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