FAQ Architektur-Wettbewerbe (inkl. Tipps für eine erfolgreiche Teilnahme)

In diesem Beitrag beantworte ich die häufigsten Fragen, die mir Student*innen zu Architektur-Wettbewerben/Awards gestellt haben.

Meine Antworten enthalten u.a. Tipps, wie du einen Wettbewerbe problemlos in dein Architekturstudium integrieren kannst. Außerdem lernst du, was Wettbewerbe sind, wieso du daran teilnehmen solltest und welchen Wettbewerb du am besten auswählst.

FAQ – Antworten auf häufig gestellte Fragen


Antwort 1

Viele Studierende wussten nicht, wo sie Wettbewerbe für Student*innen finden können.

Die Lösung: Hier, auf Architektur-studieren.info 😃 – in der Übersicht über aktuelle Wettbewerbe für Architektur-Student*innen.

Das ist sehr, sehr unterschiedlich und kann nicht pauschal beantwortet werden.

Ich habe schon an Stegreif-Wettbewerben teilgenommen, bei denen ich innerhalb von 24h meinen Beitrag einreichen musste. Für andere Wettbewerbe hast du du mehrere Wochen oder Monate Zeit. Dann ist es natürlich am besten, wenn du sie in deinen Studienplan integrieren kannst. Sieh dir hierzu die nächste Frage an.

Neben dem Architekturstudium, Nebenjobs, Familie & Freund*innen haben die meisten Architektur-Student*innen keine Zeit, um an Wettbewerben teilzunehmen. Besonders aufwändige Architektur-Wettbewerbe sind dann natürlich keine Option.

Dabei sind Wettbewerbe – und vor allem Awards – eine tolle Möglichkeit, sich mit anderen Architektur-Student*innen im fairen Wettbewerb zu vergleichen und vielleicht auch ein kleines Preisgeld abzugreifen.

Antwort 2

Geeignet sind vor allem Wettbewerbe,…

  • die dich interessieren,
  • deren Bearbeitungszeitraum gut in deinen Terminkalender passt
  • und – super wichtig – bei denen du überhaupt teilnehmen darfst. Prüf also die Teilnahmebedingungen ganz genau, bevor du dich entscheidest.

Dann hast du die besten Voraussetzungen, dass du auch motiviert am Ball bleibst. Falls du Zeitprobleme hast, berücksichtige meine Tipps zum Zeitmanagement in diesem Beitrag.

Ja, unbedingt!

Entweder du verstehst das als Herausforderung dich selbstständig weiterzubilden oder du suchst dir einfach einen Wettbewerb, der sich nicht auf Gebäudetechnik (oder einen anderen Bereich, der dir nicht so liegt) fokussiert hat.

Die meisten Wettbewerbsaufgaben sind für Studierende ungefähr ab dem 3. Semester (Bachelor) geeignet.

Schau dir vor deiner Teilnahme die Aufgabe und die Teilnahmebedingungen genau an.

Überlege, ob die Aufgabe eine interessante, für dich zu bewältigende Herausforderung darstellt. Hab Mut vor der Herausforderung, die du dir selbst stellst. Aber versuch auch, dich nicht zu unter- oder überschätzen.

Im Zweifelsfall, zieh eine*n Professor*in zu Rate, der/die dich persönlich kennt und frag, ob diese Aufgabe wohl für dein Level zu bewältigen ist.

Einige, wenige kleinere Organisationen verlangen eine Teilnahmegebühr, um den Wettbewerb zu finanzieren. Ist die Gebühr besonders hoch, solltest du skeptisch werden.

Dennoch solltest du genau abwägen, ob sich die Teilnahmegebühr für dich lohnt.

Neu im Thema?

Dann hilft dir mein Leitfaden:

Wie unterscheiden sich Wettbewerbe für Architekt*innen von Wettbewerben für Architektur-Studierende?

In der Architektur werden Wettbewerbe veranstaltet, wenn für eine Planungsaufgabe der optimale Entwurf oder eine generelle Idee gefunden werden soll.

Wettbewerbe für Architekt*innen und Wettbewerbe für Architektur-Student*innen unterscheiden sich dabei etwas:

Wettbewerbe für Architekt*innen

Wettbewerbe für Architekt*innen werden in Offene und Nicht-Offene Wettbewerbe unterschieden, die unterschiedlich reglementiert sind.

Beispielsweise gibt es Regeln, wie ein Wettbewerb ausgelobt werden muss oder welche Voraussetzungen Architekt*innen erfüllen müssen, um daran teilnehmen zu dürfen.

Architektur-Wettbewerbe für Student*innen

Architektur-Wettbewerbe für Student*innen lehnen sich an dieses Konzept an, aber sind nicht damit vergleichbar.

Beispielsweise ist Folgendes anders als bei Wettbewerben für Architekt*innen:

  • Teilnahme ist meist durch eine einfache Anmeldung innerhalb eines bestimmten Zeitraums möglich
  • Wettbewerbe werden meist von Unternehmen, (mehr oder weniger unabhängigen) Branchenvertretungen oder öffentlichen Institutionen – also meist nicht von Bauherr*innen – ausgeschrieben
  • Aufgaben sind andere, thematische Bandbreite ist viel höher
    Beispielaufgaben: Ideen für konkrete Grundstücke oder Bauaufgaben, kreative Anwendungen bestimmter Bauweisen oder technische Innovationen

Wie unterscheiden sich Wettbewerbe von Awards für Architektur-Studierende?

  • Wettbewerbe: Du musst du eine Aufgabe in einem vorgegebenen Zeitraum bearbeiten.
  • Awards: Du reichst vorhandene Projekte bis zur Einsendefrist ein.

Spoiler: Einige Awards werden falsch als Wettbewerb bezeichnet. 😵‍💫 Du solltest dir also alle „Wettbewerbe“ genau anschauen und die Teilnahmebedingungen lesen.

Keine Zeit für Wettbewerbe/Awards? So integrierst du sie in dein Architekturstudium

Architektur-Wettbewerbe lassen sich ganz hervorragend ins Architekturstudium integrieren. Und zwar so:

1. Architektur-Wettbewerbe als Entwurfsprojekt

Frag eine*n Professor*in, ob sie im nächsten Semester einen Wettbewerb als Entwurfsprojekt anbieten kann oder eine individuelle Entwurfsaufgabe betreuen würde. 

Nicht alle Profs sind davon begeistert, das geht also nicht immer und überall. 🙃

Die Chancen sind größer, wenn…

  • sich mehrere Studierende finden, die am Wettbewerb teilnehmen möchten und damit die „Vergleichbarkeit von Prüfungsleistungen“ sichergestellt ist
  • die Bearbeitungszeit des Architektur-Wettbewerbs zu deinem/eurem Semesterverlauf passt
  • das Wettbewerbsthema zu den geplanten Lehrinhalten passt. Schau dir dafür deine Modul-Übersicht, die Studien- und Prüfungsordnung an. 
    Extra-Tipp: Eine Teilnahme an einem Wettbewerb mit technischem Fokus kann also auch Profs anderer Module vorgeschlagen werden
  • deine Teilnahme Erfolg verspricht und damit Glanz & Glamour für Hochschule und Prof winken.

Es gibt Profs, die Engagement besonders zu schätzen wissen und den (sehr hohen) Mehraufwand für individuelle Projekte unterstützen.

2. Awards statt Wettbewerbe

Du solltest regelmäßig überprüfen, bei welchen Awards und Wettbewerben du deine bereits existierenden Studien-/Semesterprojekte oder Abschlussarbeiten einreichen kannst.

Der Mehraufwand dafür hält sich in Grenzen und ist – je nachdem, wie ordentlich du deine Daten archiviert hast – in wenigen Stunden erledigt.

🔥 Empfohlene Wettbewerbe & Awards


5 Gründe, wieso du an Architektur-Wettbewerben für Student*innen teilnehmen solltest

  1. Die Aufgaben sind häufig realitätsnah und es winkt oft ein nettes Preisgeld für die Gewinner*innen.
  2. Du kannst deine Ideen einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen und dich mit anderen Studierenden messen.
  3. Wettbewerbsteilnahmen sind – unabhängig von deinem Ergebnis – eine sehr gute Referenz für dein Portfolio. So kannst du es mit weiteren Projekten ergänzen und dein Engagement abseits deines Stundenplans belegen.
  4. Denn Studieren bedeutet auch, dass du dich eigenständig fachlich weiterbildest. Der Blick über den Tellerrand der festgelegten Module ist besonders wichtig und bringt dich nicht nur menschlich, sondern auch fachlich weiter. Wettbewerbe sind hierfür eine gute Chance.
  5. Einige Architektur-Wettbewerbe für Student*innen werden realisiert. Aus eigener Erfahrung kann ich dir bestätigen, dass das für Gewinner*innen besonders schön ist.

Hast du weitere Fragen?

Ich beantworte deine Fragen zu Wettbewerben & Awards für Architektur-Studierende gerne in den Kommentaren.


Autorin

Anett Ring ist Expertin fürs Architekturstudium & den Beruf Architekt*in.